Druckschrift 
1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
Seite
146
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Sellerie, Eppich.

( Apium graveolens).

Die erhitzende und reizende Wirkung des Selleriewar schon den Alten bekannt. So war es den Priesternverboten Sellerie zu essen. Auch kannte man seinen Ein-fluß auf die menstruierten Frauen. Im Mittelalter ist erfrühzeitig bei uns angebaut( schon im Capitulare erwähnt),aber man verwendete ihn mehr für medizinische Zwecke( Albertus Magnus). Er ist noch heute ein allgemein be-kanntes Aphrodisiacum, und man nennt ihn daher scherz-haft ,, Stehsalat"( penem erigens). Siehe darüber den Er-gänzungsband.

Senf.

( Sinapis alba).

Der weiße Senf galt wie die Kresse und die Raukewegen des scharfen, beißenden Geschmackes als Magen undGeschlechtstrieb anregendes Mittel. Mattioli( 195 D) sagt,weißer Senf reizt zur Unkeuschheit. Senf( Mostrich) wird

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noch heute als Stimulationsmittel verwendet.

Der schwarze Senf( Sinapis nigra) wurde als bekanntesGemüse im Mittelalter viel gebaut und als Spinat oderSalat gegessen.Man schrieb ihm ebenfalls geschlechtliche

Anreizung zu.

Spargel,

( Asparagus officinalis).

Nach Plutarch( praecept. conj. 2) pflegten sich Neu-vermählte mit Spargel zu krönen, um dadurch anzudeuten,daß auch das Rohste durch die Kultur milde werden könne.Die alten Römer bauten den Spargel ebenso eifrig wie diemodernen Kulturvölker an; vermutlich erkannte man in ihm