Druckschrift 
1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
Seite
141
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wie Hellas zu den bevorzugten Gemüsepflanzen( Hebr.Chaçir, Arab. Korrat, Gr. Prason). Die Schule von Salernosagt vom Porree:

Porrum fecundas reddit persaepe puellas.

Und Mattioli berichtet: Lauch( Porree) mit Zucker ge-gessen macht unkeusch und stärkt den Wünschelstab.

Rauke.

( Brassica eruca sativa).

Die Rauke( aus lat. eruca), weiße Senfrauke oder Senf-kohl, ein inSüdeuropa, Österreich und in der Schweiz ein-heimisches Gemüse, hat einen scharfen pikanten Geschmackund einen unangenehmen, starken Geruch. Sie galt schonbei den Griechen als Aphrodisiacum( Macer Fl. 1033) dasda den Begattungstrieb( aura feminalis) erweckt. Dasselbebewirke auch ihr Same( Diosc. II, 169). Bei den Römernwar die Pflanze hochbeliebt und ihre Kraft war sehr geschätzt. So sagt Ovid:

Nec minus erucas jubeo vitare salacesund Martialis:

Et venerem revocans eruca morantem.

Ebenso Columella:

Excitat ad venerem tardos eruca maritos.

Von den Römern übernahmen die Deutschen die Pflanze,die sie im Mittelalter allenthalben bauten, jetzt freilich ver-gessen haben.Lobel erzählt: einst bot ein Charlatanden Samen dieser Pflanze den Mönchen eines Klosters feilund pries ihn als Mittel gegen die Trägheit an. Die Mönchenahmen ihn ein und wurden genötigt ihr Gelübde zubrechen( Nemnich).

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Die Rauke wird übrigens heute noch in Italien unterden Salat als Gewürz getan. Sie ist offizinal, befördert dieVerdauung, erregt die Eẞlust. Von den alten Botanikernwird sie öfter verwechselt mit Brassica nigra und Sinapisalba( weißer Senf), auch mit dem Hedrich( Raphanistrumarvense).