Druckschrift 
1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
Seite
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deutschen Volkserotik spielt sie keine sonderliche Rolle.Im deutschen Sprichwort werden Gurken und Mädchenwegen ihrer saftstrotzenden Fülle zusammengestellt: ,, Gurkenund Mädchen faulen leicht" d. h. man muß beide frühzeitiggenießen; ebenso wie das Holländische: ,, Gurken sind wiedie Mädchen, sie dienen nicht zum langen Aufbewahren".

Kräftige Nasen nennt man ,, Gurken" im Volksmunde.Da eine kräftige, starke, große Nase nach der Meinungdes Volkes auch auf einen kräftigen, starken, großen penishindeutet, liegt diesem Ausdruck der Vergleich des penismit der Gurke zugrunde( vgl. auch Kürbis").

Kartoffel.

( Solanum tuberosum)

Die Kartoffel war schon im XVI. Jhd. als Rarität inDeutschland bekannt. Aber erst seit 1717, noch mehr seitdem Notjahr 1770/71 ist sie das Hauptnahrungsmittel desVolkes geworden. Ihre ovale Form ließ einen Vergleichmit den Hoden zu, namentlich wenn sie klein und miẞratenwar. So nennen die Landleute eine gewisse Sorte übel-schmeckender hodenförmiger Kartoffeln Hahnenklöten".Diese Vorstellung herrscht auch in der Redensart: ,, seineKartoffeln abgießen" mingere. Der gelbliche Harn er-innert an das gelbliche Kartoffelwasser, und die Kinderglauben ja noch heute, daß der Harn aus dem Hodensackkommt. Frauen, deren Gesicht plump, breit ist, habenein Kartoffelgesicht"; ist ihre Nase dick, grob, so ist eseine Kartoffelnase". Das Plumpe, Gemeine wird vomVolke gern mit der Kartoffel zusammengestellt.

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Über den Kartoffelstampfer geht in der WesenbergerGegend( Mecklenburg) folgendes zweideutiges Rätsel um:Hart und stief, denn mang de Been, denn in t'lief.

Knoblauch.

( Allium vulgare).

Der Knoblauch scheint bei den alten Aegypternzu Zeiten als Aphrodisiacum gegolten zu haben, denn seinGenuß wie jener der Zwiebel war den Priestern verboten. An-

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