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schlaf". Der Anbau des Anis ging im späteren deutschenMittelalter sehr zurück, er hob sich erst in der neuerenZeit wieder. In der deutschen Volksmedizin verwendeteman den Anis, die Blume der Frauen zu treiben; fernerbrannte man aus seinen Früchten den Anisbranntwein alsLiebesmittel. So herrschte am Niederrhein folgende Sitte:bei der Arbeit der Flachsschwingtage, sowie später zumTanze braute man ein Gemisch aus Wein oder Honig-branntwein mit Anisbranntwein, in dem Pfefferkuchen zer-weicht waren. Dieses breiartige Getränk( ,, Kümpchen")wurde von den Mädchen ihren Burschen mit Löffeln ge-füttert. Jede hielt ihr Schüsselchen auf dem Schoße und.fütterte ihren Liebsten, der vor ihr kniete.
Bohne.
( Phaseolus vulgaris).
Schon im Altertum standen die Bohnen in keinembesonders guten Ruf. Bei den Aegyptern durften diePriester sie nicht einmal ansehen, auch das Volk pflanztesie nicht und aß sie nicht( Herod. II. 37).. Bei den Griechensoll schon Orpheus den Genuß der Bohnen verboten haben,ebenso Pythagoras: seine Schüler durften durch kein Bohnen-feld gehen. Den römischen Flamines war es nicht einmalerlaubt den Namen der Bohne zu nennen.- Bei all diesenVölkern galt die Bohne wie die Erbse und Linse für unrein,da sie blähte, so die Geschlechtsteile reizte( Pseudo- Satyri-asis) und das höhere Prinzip nicht zur Geltung kommenließ( Ath. IV. 157. c.). Sie sollte auch überreichlich Samenerzeugen und galt daher als Aphrodisiacum, besondersdie Saubohne. Dioscurides( II, 127) empfiehlt die Bohnein Wein gekocht bei Hodenanschwellungen.„ Als Umschlagauf die Schamteile der Kinder gelegt, schützt sie dieselbenlange Zeit vor dem Mannbarwerden".
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Zugleich war auch die Gestalt ihrer Frucht anstößig:sie erinnerte an die Hoden. Das soll schon Aristoteles ge-funden haben, sagt Diogenes von Laerte. Und Gellius( I, 1)meint, Pythagoras habe mit Kyamos den menschlichen.