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1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
Seite
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dem Norden gebracht. Dagegen würden abergläubischeAnsichten betreffs des Salates und der Endivie durchKlosterleute, die diese Pflanzen der Keuschheit wegenpflegten, verbreitet worden sein. Zwiebel(= cipolla), Porree(= Porrum), Dill, Kümmel, Anis ebenso Petersilie werdenals Pflanzen zur Würze wie auch zum sexuellen und eroti-schen Gebrauch in sehr früher Zeit in deutschen Bauern-

gärten anzutreffen gewesen sein. Das Gleiche gilt vomMajoran, Thymian, Lavendel, während der wilde Feldthymianeinheimisch war und deutlich als Pflanze der Freya anzu-sprechen ist.

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Was nun zuletzt das Getreide anlangt, so ist seineKultur schon in der neolithischen Zeit bei uns nachweisbar.In den Pfahlbauten hat man Weizenkörner, bei neolithischenSiedelungen Getreidemühlsteine gefunden. So ist der Weizenschon längst aus seiner Urheimat( Euphrattal und Vorder-asien) in Mitteleuropa eingewandert. Tacitus erwähnt alsältester Zeuge das Weizen- und Gerstenbier der Germanen.Zur römischen Kaiserzeit war der Getreidebau im südlichenund westlichen Deutschland so ergiebig, daß Getreideaus-fuhren nach Italien stattfanden. Abergläubische Bräucheund Anschauungen über das Getreide, in ihm Symboleweiblicher Fruchtbarkeit zu erblicken, werden demnachnoch bis in das Heidentum Glossar ::: zum Glossareintrag  Heidentum zurückgehen. Donnar undFreya, die ländlichen Fruchtbarkeits- und Ehegottheiten,waren die Beschützer des Getreidebaues.

Anis.

( Pimpinella anisum).

Der Samen der Anispflanze hat einen eigentümlicharomatischen Geruch und süß angenehmen Geschmack.Schon im Altertum wurde der Anis gegen Unterleibs-leiden, Hysterie gebraucht, auch zur Förderung der Ge-burtswehen. Wie alle stärker aromatischen Gewürze wirktder Anis sexuell erregend. Dioskurides( III. 58) rechnetden Anissamen unter die Liebesmittel Er stillt den weißenFluß, befördert die Milchabsonderung und reizt zum Bei-