Druckschrift 
1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
Seite
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wegen ,, Hahnenhödel"( Nemnich), im Österreichischen ander Enz aber ,, Zitzerl", die Frucht wird also mit Saugwarzenverglichen.

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Buchsbaum.

( Buxus sempervivus).

Der immergrüne Buchs ist wohl erst von christlichenMissionaren nach Süddeutschland gebracht worden( Höfler).Er tritt für andere immergrüne Bäume( Symbole des Lebens,der Gesundheit, treuer Liebe) bisweilen ein, so für die Tanneim Drömling: auf Gestelle, mit Buchsbaum umwunden, werdenbrennende Lichter gesteckt und dem jungen Brautpaarevorangetragen. In Limburg und Brabant wird er auchals Maibusch vor die Haustüre des Mädchens in der Wal-purgisnacht von ihrem Burschen gesteckt. Als Lebens-rute gilt er hin und wieder in Württemberg, ebenso inFranken. Dort werden zu Palmsonntag seine Büsche mitEiern, Äpfeln, Nüssen geschmückt und in Haus und Stallals Symbole der Fruchtbarkeit und des Lebens aufgesteckt.

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Sehr oft dagegen wird er in den meisten französischenLandschaften als Palmzweig zu Palmsonntag verwendet:die Kinder schmücken ihre Buchsbaumzweige mit buntenBändern, Kuchen, Äpfeln, die dann abends von der Familieverspeist werden( Mannhardt). Buchsbaum war auch anden Palmen der Schulknaben in Schottland( Lanark) be-festigt( 1795).

In Belgien

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wenigstens an einzelnen Orten

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giltder immergrüne Strauch als Kinderbaum, man läßt dieKinder aus dem Buchsbaum kommen.

In der Volksmedizin werden die Blätter des Buchs-baumes gegen den Weißfluß der Frauen verwendet.

Aus dem Holze des Buchsbaums wurden von alters-her Götter- und Heiligenbilder, heilige Gefäße geschnitzt.Wegen dieser Verwendung bewacht der Buchsbaum dieKeuschheit: Kugeln, aus Buchsbaumholz gedreht, soll manam Halse tragen. Aus dem Buchsbaum wurden auch die,, Büchsen" gefertigt. Schon bei den Griechen heißt pyxis

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