III.
Zier- Sträucher und-Bäume.
Einleitung.
Die Zahl der erotischen Ziersträucher, der Dekorativ-pflanzen, war in den mittelalterlichen Gärten eine äußerstspärliche. Eigentlich kommen von den hier besprochenennur die Rose und der Buchsbaum in Betracht. Es sind einpaar mangelhafte Arten der edlen Rose, nämlich die imSüden wildwachsende rote Zucker- oder Essigrose( Rosagallica) und die weiße Rose, eine Bastardart der Zucker-und der Heckenrose. Die deutsche Volkserotik, die sich um dieRose spinnt, geht daher zum Teil bis in das frühe Mittel-alter zurück. Der immergrüne Buchsbaum dagegen istnoch früher als die edle Rose, schon in den ersten Jahr-hunderten christlicher Mission, in Deutschland eingebürgertworden. Er wurde namentlich zur Einfassung von Garten-beeten benutzt. Daher treffen wir bei dem Buchsbaum nochalte heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag heidnische Motive an. Dagegen sind Granate, Lorbeer,Myrte erst in neuerer Zeit in den deutschen Ziergarteneingewandert. Myrte und Lorbeer gelangten am Ende desXVI. Jhdts. in den höfischen Garten, so finden wir beidein dem berühmten Garten des Fürstbischofs Konrad Johannvon Eichstätt( 1593-1612) am Fuße des Willibaldberges.1583 wurde der erste Brautkranz aus Myrte in Deutschlandgetragen. Die erotischen Gebräuche und Vorstellungen,die sich an beide Ziersträucher knüpfen, wurzeln also nochkeineswegs lange im deutschen Volke. Frühe jedoch
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wurde der im Altertum berühmte Keuschlammstrauch ausdem Süden durch die Mönche importiert. Er war eineständige Pflanze der Klostergärten, da seine Blätter undsein Samen nach sehr altem, weitverbreitetem Aberglaubendie Keuschheit und Enthaltsamkeit befördern sollten.
Wegen der riesigen Bananeneinfuhr in dem letztenJahrzehnt erschien es angemessen, diese uns alltäglich ge-
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