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Auch in der Volksmedizin wird die Quitte ver-wendet. Mütter sollen von Zeit zu Zeit Quitten essen, da-mit sie kluge Kinder bekommen. Dampfbäder aus Quitten-laub hilft auch gegen Muttervorfall( Mattioli 93 A.).
Zum Liebeszauber verwendet die siebenbürgischeWanderzigeunerin Glossar ::: zum Glossareintrag Wanderzigeunerin Quittenkerne. Mit dem Blut ihres linkenkleinen Fingers und mit dem Haar des Burschen zu einemBrei gekocht, mit einem Sprüchlein zur Vollmondzeit ge-feit, werden sie dem Burschen an den Rock gerieben.
Stachelbeerstrauch.
( Ribes grossularia).
In der sexuellen Volksmedizin hat der Stachel-beerstrauch eine gewisse Bedeutung: es sollen seine Früchtegekocht den unnatürlichen Gelüsten schwangerer Frauenwehren. Ferner sollen sie, in der Speise gekocht, denSamenfluß der Männer und den weißen Fluß der Frauenheilen.
Interessant sind die volkstümlichen Benennungender Stachelbeerfrüchte. Die kleinen runden Früchte ge-wisser Stachelbeersorten nennt man in Schwaben ,, Nonnen-fürzle", in der Schweiz benennt man andere„ Dunnerfärz".,, Nonnenfürzle" heißt auch ein Zuckergebäck in Ulm. Die Fran-zosen in Paris fordern ein feines Gebäck als ,, pets de Nonne".Man vergleicht also die runde Form mit dem menschlichenExcremente, wie das auch bei einer Pilzart, dem Bovist,wie wir später sehen werden, stattfindet. In Oberhessenheißen die Früchte ,, Knackläuse"; in Schwaben wegen derRauhhaarigkeit auch ,, Kotzen". Kotzen nennt man dierauhen behaarten Stellen am menschlichen Körper, daherdas weibliche Glied den Namen ,, Kotze" oder ,, Kutze" führt,und die Hure nach ihm die ,, Kotzin" heißt. Die Kotzenbezeichnen also dasselbe wie die ,, Rauchbeere"( Tirol),,, Stachelbeere"( Mittel- und Norddeutschland).