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In Böhmen soll sogar der Aufguß von WachholderbeerenFruchtbarkeit der Frauen bewirken.- Ja, der Wachholderkann anzeigen, ob eine Frau fruchtbar sein wird oder nicht.Um dies zu erfahren rät Des getreuen Eckarts Hebamme( Leipzig 1715) zerquetschte Wachholderbeeren auf glühendeKohlen zu bringen und den Dampf in die Mutterscheidegehen zu lassen. Wenn man nach einer Weile den Geruchaus dem Mund oder den Nasenlöchern der Frauen empfindet,so ist die Person für fruchtbar, wo aber das Zeichen nichterfolgt, für unfruchtbar zu urteilen.
Weide.( Salix).
Die Weide, auf deren schlanken Gerten sich früh-zeitig das neue Leben des Jahres zeigte, deren silbernePalmenkätzchen sichtbare Boten des erhofften Frühlingswaren, mußte schon in älteren Zeiten die Leben und Segenspendende Lebensgerte liefern. So in Böhmen( König-grätz und Umgegend): die Knaben gehen zu Lätare mitWeidenpeitschen und einem mit Eiern( Symbol der Frucht-barkeit) behangenen Bäumchen herum und schlagen dieihnen begegnenden Mädchen mit der Gerte und fordernein Geldgeschenk von ihnen, sich auszulösen. Der Palm-sonntag heißt in der Ukraine geradezu der Weidensonntag.Er gilt den Russen als uraltes Fruchtbarkeits- und Früh-lingsfest, als das Vorfest von Ostern. Die Burschen weihenWeidenzweige mit Palmenkätzchen und schlagen damitFrauen und Mädchen gar unsanft auf den Rücken undrufen dabei:„ Die Weide schlägt, nicht ich, in einer Wocheist Ostern!" Am nächsten Morgen jagen sie mit denWeidenruten alle Langschläfer aus dem Bette und sprechen:, Werde groß wie die Weide und gesund wie das Wasserund reich wie die Erde!" Auch in Groß- und Rotruẞlandsind diese Bräuche lebendig. Man schlägt auch das Viehmit der geweihten Palme und treibt am Georgstag( 23. Apr.)die Tiere mit geweihten Weidenzweigen auf das Feld.
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