Druckschrift 
1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
Seite
47
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Pimpernuß.

( Staphylia pinnata).

Dieser in Süddeutschland wildwachsende sonst zurZierde angepflanzte Strauch trägt blasenartige, dünnhäutige,zwei bis dreifächrige, nach innen aufspringende Kapseln,in deren jeder zwei runde, steinharte Samen liegen, die so-genannten Pimpernüsse. Seine merkwürdigen Früchteerregten vielfach die Aufmerksamkeit und den Witz desVolkes. In der Schweiz heißen sie Bibernüßlein, Pumper-nüßlein, Totenköpfe; in Oesterreich Blasennüsse, in BremenPumpernickel, sonst auch Klappernüsse, Judennüsse. DerName Pimpernuß hängt wohl mit pimpernrasseln wegen

des harten Samens zusammen, er wird auch vom Volke,wenigstens in Thüringen, als eine Anspielung auf die Hoden,auf die Nüsse beim Pimpern, Bimbern(= coire) angesehen.,, Pimpernuẞ" ist übrigens auch ein scherzhafter Name fürdie vulva im Elsaß, sie ist die Nuß( siehe Haselnuẞ, Wal-nuẞ), welche bimbert, siehe Anthrop. III. S. 102 Nr. 68.Im Altertum galt die Staphylia als Liebesmittel. Orpheusberichtet davon, der zuerst einiges Wunderbare überKräuter meldet( Plinius XX, 5).

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Die Pimpernuß hat bei den Czechen größere Bedeutungerlangt. Man benutzt sie als Lebensgerte für das Vieh.Am Palmsonntag läßt die Hausfrau Pimpernußzweige weihen,um damit am Kuhfest die Kühe rückwärts aus dem Stallezu treiben. Man erkennt auch die Hexen durch sie.

Zu unterscheiden von unserer Pimpernuß ist die welsche,die eßbare schöne Frucht der Pistacia vera( siehe Capitel:Aphrodisiaca). Diese grüne Pimpernuß preist Mattioli alsvorzügliches Aphrodisiacum.

Pinie.

( Pinus Pinea).

Die mächtige Pinie, die schönste der Kiefernarten,ist ein südlicher Baum. Er ist von altersher im Süden