36
-
Mittel. Der Absud der Felberblüte galt als Schönheits-mittel, macht schöne Haare, schöne Haut. Der Saft aus.den Rinden, während die Weiden noch blühen, in dieAugen getropft, macht diese klar, das Antlitz damit be-strichen schön( Mattioli). Ferner hilft man sich gegen dasNestelknüpfen( wenn die Lederbänder der Manneshose heim-lich während der Trauung geknüpft sind), indem man durchdie hohle Röhre des Felberbaums harnt, alsdann kann dieeheliche Pflicht vollzogen werden. Felberblütensamen galtals aktives und passives Mittel gegen Fruchtbarkeit( Höfler).Mattioli( 65. C.) sagt: die Blätter mit kaltem Wasser ge-trunken wehren, daß die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber nicht schwanger werden.Und ferner heißt es: die Blätter gesotten und getrunkenvertreiben Lust und Neigung zur Unkeuschheit.
Fichtentanne.
( Pinus silvestris).
Die Fichte war der hauptsächliche Kultbaum der Süd--deutschen( Alemannen und Bajuvaren). Wie die Fichtehier die Laubhölzer früherer Jahrhunderte in den Bergenund Wäldern verdrängt hat, so hat sie auch in den Volks-festen und Volksanschauungen die Buche, Birke und andereLaubbäume vertrieben. Als Dorfmaibaum wie alsPfingstmaie tritt die Fichtentanne ein. Auch auf denFirst des neugebauten Hauses wird eine Fichte als derschützende Walddämon gesetzt.
Zu Pfingsten wird in Hasserode( Harz) eine Tanneals Maibaum errichtet. Ebenfalls wird eine Tanne imWeidenauer Bezirk( östr. Schlesien) in der Mitte des Dorfeserrichtet, aber am Walpurgistag. Eine hohe geschälteFichte ist der Maien in den katholischen Dörfern um Ell-wangen( Württ.), an deren obere Spitze ein kleinererTannenbaum mit Bändern geschmückt als Wipfel angeheftetist. Auch in Frankreich ist an vielen Orten eine Tanneals Dorfmaien gebräuchlich, sie wird aber um Mittsommererrichtet.