Der griechische Text steht in dem oben erwähntenCodex der Wiener Hofbibliothek, außerdem in einerPariser Handschrift, drittens wurde er noch im Jahre1783 als griechisches Volksbuch in Venedig gedruckt.Außerdem gibt es alte serbisch- slovenische und tür-kische Fassungen unseres Märchens, das somit durchdie Jahrhunderte im Orient Glossar ::: zum Glossareintrag Orient sehr volkstümlich undsehr beliebt gewesen sein muß. Diese Beliebtheit istauch begreiflich. Denn es behandelt zwei Themen,die nie ersterbendes Interesse zu beanspruchen ge-eignet sind: Der Hof des Kaisers von Ostrom tritt imMärchen auf in seiner ganzen Pracht, mit allen seinenvielen Würdenträgern, mit ihren prunkvollen Titu-laturen, mit seinen Gerichtsverhandlungen, Denun-ziationen, Hochverratsriechereien, schnell fertigenUrteilen. Träger dieses Hoftreibens sind originellerWeise Pflanzen, personifizierte und belebte Obstgat-tungen. Wir haben also eine Pflanzen- oder Frucht-fabel vor uns. Darum heißt auch der griechischeTitel dieses Kuriosums ,, Dhiíjisis tu poriko-lógu, d. i.„ Erzählung des Obstbuches". Aber dasMärchen oder die Fruchtfabel soll nicht bloß eineSatire auf den byzantinischen Hofstaat sein, im Ge-genteil, das ist nur die äußere Einkleidung. Im Grundist es ein ätiologisches Märchen, eine erklärendeNatursage, in der die Phantasie irgend eines findigenKopfes aus dem Volke die Erklärung dafür gefunden.und als Wissender uns Nichtwissern mitgeteilt hat,warum wir denn so gern Wein trinken, und wie eskommt, daß der Weingenuß schon so manchen inwenig ästhetische Zustände versetzte. Die große
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