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Christliche Einflüsse.
§ 80. Als die christliche Kirche zur Herrschaft gelangt war, begannsie den Kampf gegen die heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Anschauungen und Bräuche, einenKampf, der zäh und langwierig mit den verschiedensten Methoden geführtwerden mußte. Im Anfangsstadium der Christianisierung eines Volkes gingdie Kirche duldsam vor. So rät Gregor I. dem Bischof Augustin, dieheidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Tempel der Angeln nicht zu zerstören, sondern Altäre darinaufzurichten, damit das Volk zu den gewohnten heiligen Stätten komme,und überhaupt den heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Kultformen womöglich christliche Deutungenunterzulegen.
Diese Tendenz zur Umdeutung des Heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag Heidnischen im Sinne der christ-lichen Symbolik tritt uns in ausgedehntem Maße in den W.- Bräuchenentgegen.( Vgl. die Deutungen Alssos). Durch die Verlegung des Geburts-festes Christi auf den Dies Natalis Solis Invicti. wurde Christus zur Sonne,ein Vergleich, der sich übrigens schon in der hl. Schrift findet und der denKirchenvätern ganz geläufig ist. Den ausgelassenen üppigen Gelagen desKalendenfestes setzte die Kirche das Fasten entgegen, dem Neujahrsgeschenkdas Almosen, dem Theaterbesuch den Kirchenbesuch usw. 2. Daß sich indiesem bis heute währenden Kampfé gegen die heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Bräuche diegriechische Kirche weit toleranter verhielt als die katholische, ist einebekannte Tatsache. In unserem Falle zeigt sich das darin, daß die W.- Bräucheder Serben einen viel reicheren Bestand aufweisen als die der Kroaten,wobei allerdings berücksichtigt werden muß, daß bei ersteren die Er-haltung des Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums durch die Jahrhunderte währende Abgeschlossenheitinnerhalb der türkischen Grenzen und durch die gebirgigen Wohnsitze starkbegünstigt worden ist.
Christlicher Einfluß zeigt sich in der Benennung der 12 Tage von Luciabis Weihnachten als Mučni dani„ Leidenstage", auch die Umzüge derKalinarke( S. 148) werden mit den Geburtswehen Marias in Verbindunggebracht. Christlichen Ursprungs ist die Vigilia am hl. Abend( vgl. badnje veče,poln. wilia, franz. veille de Noël); ähnliche Vigilien wurden von der Kirche vorallen großen Festen eingeführt 3. Die heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Bräuche machte man da-durch harmlos, daß man sie als Erinnerung an die Geburt Christi in Bethlehemdeutete; das Stroh, das Wegräumen des Hausrats und Essen von der Erdeerinnert angeblich ebenso wie der hereingeführte Ochs an den Stall, dasFeuer und der Badnjak an das Hirtenfeuer, der Polaženik an den Besuch der dreiWeisen aus dem Morgenlande Glossar ::: zum Glossareintrag Morgenlande, das Schlagen mit Ruten und der Ast auf dem Dach( S. 20) an den bethlehemitischen Kindermord und das Getreidewerfen an dieFütterung der Ochsen durch die hl. Maria, damit sie das Stroh nicht auf-fressen. In Dalmatien wird die Verbrennung des Badnjaks als Erinnerungan die Idole nach Annahme des Christentums aufgefaßt 5, anderswo heißendie drei Badnjaci Josef, Maria und Jezus( S. 18).- Vergleiche den Volksglaubenin England, wo der W.- Klotz an das Kreuz Christi erinnert, deshalb muß erKreuzform haben, und die Vorstellung der Franzosen, daß die hl. Maria vor
Beispiele bei Kellner, Heortologie 3, 112 ff.; Menzel, Christl. Symbolik,II 387; vgl. die Strahlen der Monstranz.— 2 Bünger, 23; über die Entwicklungdes Advents siehe Kellner, 1. c. 120. 3 RelGG. V 1673; Popović, I 818.+ Vrčević, 44.- 5 ZbNŽ XX 34: Bukovica.