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Opfergrube Vedi ausbreiteten 1. Die Griechen streuten zuerst der Hestia,dann auch den übrigen Göttern grüne Gräser auf den Altar. Bei den Römernwar es Sitte, Rasen auf den Altar zu legen und so zu opfern, während andereBerichte von Altären melden, welche bloß aus Erde und darübergelegtenRasenstücken bestanden. Schröder 2 vermutet, daß in der Urzeit derlebendige Rasenteppich in derselben Weise verwendet werden mochte, wieein mit Streu bedeckter Platz, ja es ist möglich, daß dies die aller-ursprünglichste Form der Sitte war, und daß die Streu ursprünglich dieBestimmung hatte, den fehlenden Rasenteppich zu ersetzen." WährendLiebrecht annahm, daß das gestreute Stroh ursprünglich dazu diente, um dieOpferspeisen und Götterbilder daraufzustellen, meint Schröder, daß dieStreu ursprünglich dazu diente, den Festgenossen eine angenehme, weiche,im Sommer frische und duftige Unterlage zu bieten, auf welcher sie bequemsitzen, liegen und schmausen konnten. Stühle und Tische gab es ja in derUrzeit nicht, und nur ausnahmsweise gestattete man sich den Luxus solcherStreuung. Weiter aber legte und goß man wohl an passender Stelleeinen Bruchteil der Festmahlzeit als Spende für die Segen bringenden, Lebenwirkenden Mächte auf diese Streu. Daraus aber entwickelte sich im Laufeder Zeit die immer strenger rituell sich gestaltende Sitte, die Opfergabenfür Götter auf der weichen Unterlage einer Streu darzubringen. Diese Sittefinden wir dann aufs strengste sakral stilisiert bei den Indern in ihrer Barhis.Hier ist aber nicht der Ausgangspunkt, sondern der Endpunkt der langenEntwicklung zu sehen." Dieser Deutung Schröders, welche von der Feststreuausgeht, müssen wir umsomehr beipflichten, als sie durch lebende slawischeVolkssitten gestützt wird. Um Kostroma verwendet man die Streu auch beider Hochzeit: Wenn die Braut in die Kirche fährt, bringen Kinder je einBund Stroh ins Zimmer, welches drei Tage liegen bleibt. Die Kinder belohntman mit Kaša. Das Brautpaar setzt man in den Winkel auf Korngarben,das Brautbett der ersten Nacht besteht aus 27(!) Garben 3. Vereinzeltbegegnet im Hochzeitszeremoniell der Südslawen die Sitte, daß die Neuver-mählte bei der Ankunft vor dem neuen Heim eine von der Schwiegermutterdargereichte Garbe auf den Boden der Stube und des Ganges streuen muß 4.
Auf die Streu weist auch die Etymologie des slawischen stol ,, Tisch"hin, das zu stel- ,, streuen" gehört" 5. In manchen südslawischen Gegendenverfügen sie heute noch über keinen Tisch, höchstens über kleine Eẞscheiben,sie verwenden bei feierlichen Anlässen Säcke oder grobe Mäntel zur Her-richtung des Festtisches. Wir sehen also, daß das Essen der Speisenvom Sack und Stroh eine primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitive Sitte ist, die sich zu Weihnachten dankder christlichen Umdeutung bis heute erhalten hat; auch die kalte Jahres-zeit mag zur Erhaltung der Sitte des Strohstreuens( besonders in denKirchen) beigetragen haben.
Die Verwendung des W.- Strohs als glückbringenden Heiltums erhelltaus den oben(§ 26,§ 45-50) angeführten Zauber- und Orakelformen.
1 Schrader, R. Lex. s. v. Opfer: barhís ist urverwandt mit serb.blazina„ mit Federn gefüllte Decke", ahd. bolstar„ Polster". Die primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitiveGrundbedeutung ist„ Streu, Heubündel". Daß aber die Menschen auf einemderartigen Strohbündel in der Urzeit wirklich saßen, kann auch darausgefolgert werden, daß in den ältesten Opferriten auch den Göttern, wennsie zum Empfang menschlicher Nahrung herbeigerufen werden, gleiche Sitzebereitet werden."2 AR. II 313. 3 Potebnja, 1. c. 72.* Bogišić,Zbornik, 232( Rakovac).- 5 Miklosich, EW. s. v. stel-. 6 Murko, Grabals Tisch, 122. Vgl. auch Djuvernua, Sl. s. v. trapeza.