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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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Als Neujahrsbrauch finden wir die Panspermie auch bei den süd-ungarischen und serbischen Zigeunern Glossar ::: zum Glossareintrag  Zigeunern:, Am Sylvesterabend kochen sieverschiedene Feldfrüchte in einem neuen irdenen Topf zu einem ziemlichfesten Brei: Ist dieser abgekühlt, so steckt der Familienälteste soviele gleichgroße und dicke Holzstäbchen hinein, als die Familie Mitglieder zählt. WessenSpänchen am Neujahrsmorgen im Brei schief steht oder gar umgekippt ist,der muß einen Teil vom Brei essen, einen Teil aber an einen Baum werfenund dabei sprechen: Ich esse mein Glück, du mein Unglück!" 1.

Die vergleichsweise Betrachtung aller dieser Varianten, zu denen un-zweifelhaft auch das serb. koljivo zu rechnen ist, ergibt, daß die Sitte, einGefäß voll ungekochten oder gekochten Fruchtgemenges als Opfer darzu-bringen, uralt und weitverbreitet ist. Charakteristisch für die Panspermie istdie doppelte Verwendung man spendet sie sowohl den Gottheiten derFruchtbarkeit als auch den Seelen der Ahnen. Im einzelnen zu verfolgen, wieweit die griechische Kirche bei der Verbreitung der Sitte des serb. koljivo( gr. xóloßov, und der russ. kutija 3 speziell im Totenkult beigetragen hat,geht über den Rahmen dieser Arbeit hinaus.

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Zur Deutung des Weihnachtsstrohs.

§. 79. Die Sitte, zu Weihnachten Stroh auf den Fußboden zu streuenoder wenigstens unter den Tisch oder das Tischtuch zu legen, ist nicht aufdie Serbokroaten beschränkt, sondern läßt sich bei den meisten VölkernEuropas nachweisen.

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Die Bulgaren schreiben dem W.- Stroh befruchtende Kraft zu, des-halb schlafen Frauen darauf, welche Kindersegen wünschen; sie geben davondem Vieh zu fressen, binden es an die Obstbäume, an den Hausbalken( Hochzauber?) und verbrennen einen Teil auf der Dreschtenne. Darin gefundeneKörner mischen sie dem Saatgut bei 4. Die Albaner geben etwas Strohunter die Eẞscheibe und legen es nächsten Tag teils gekreuzt auf die Tenne,teils wickeln sie es um Obstbäume 5. Auch die Rumänen legen Strohunter das Tischtuch, damit das Feld fruchtbar sei 6. In Ungarn mußder Hauswirt oder Knecht die Nacht über auf dem W.- Stroh schlafen 7.Die galizischen Ruthen en streuen auf den Fußboden Stroh,auf den Tisch Heu und stellen eine Garbe in die Ecke. Das gesamte Strohnennen sie diduch der Alte". Am dritten Tag verbrennen sie das Stroh, dasHeu legen sie in die Hühnernester und die Garbe dreschen sie, um dieKörner dem Saatgut beizumischen ³. In Mšanci liegt unter dem TischtuchHeu mit Sand und Hafer sowie Knoblauch an den vier Ecken. Außerdemtragen sie eine Hafergarbe herein, die sie auf den Tisch legen, und streuenStroh auf den Boden. Dialog beim Hereintragen: Gebe Gott Gesundheit!"" Was trägst du?"" Gold, so schwer wie Blei."( Analogiezauber). DasStroh wird später im Garten verbrannt, das Heu vom Vieh gefressen 9.

1 Wlislocki, Zigeuner Glossar ::: zum Glossareintrag  Zigeuner, 143. 22 Vuk, Rj. s. v.: gekochter Weizen, der beidem Totenmahl und am Patrontag vom Priester gesegnet und von den Gästenverkostet wird. 3 Wahrscheinlich aus neugr. xooxxtά, pl. faba: Berneker,EW. s. v. kutьja.* Marinov, 309. 329. 460. Zs. Hylli i Dritës V 26 ff.( Gegen);SEZb 27, 128( Malesija). Pamfile, 32; Viciu in den Schriften d. AcademiaRomana XXII 16: In Siebenbürgen und Ungarn( auch bei den Magyaren) streuensie Stroh, das sie nachher um die Bäume wickeln; Weigand erwähnt die Sittebei den Aromunen nicht. 7 Sart. SB. III 36.8 Am Urquell III 41 ff.( GegendRohatyn); Lud XIII 21. 27( Peczeniżyń): ins Heu legen sie Kartoffeln, Knoblauchund Getreidesamen, die Garbe verbrennen sie. 9 Zubrytzkyj, 155.