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Hochgebirgsvolk in Savoyen und Graubünden : ein Beitrag zur romanischen Volkskunde
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3. Einige architektonische Merkmale und die bauliche Aus-schmückung des Münstertaler Hauses.

Soweit mir ein kurzer Aufenthalt im Engadin und Vintschgauzu urteilen gestattet, zeigt das Münstertaler Haus hinsichtlich seinereinzelnen architektonischen Merkmale und seiner baulichen Aus-schmückung mehr Ähnlichkeit mit dem Engadin als mit dem Vintsch-Dies mag der von jeher rege Verkehr mit dem Engadin sowieauch die Einwanderung zahlreicher Engadiner Geschlechter in dasMünstertal bewirkt haben.

gau.

Fig. 5. Altes Münstertaler Haus( dat. 1727), Valcava.

Wie das Engadiner Haus, ist auch das Münstertaler ein nachaußen allseitig geschlossener, meist freistehender Steinbau, dessenEinförmigkeit durch Reste von Sgraffitomalerei und durch kleine,häufig schießschartenförmig abgeschrägte Fensteröffnungen unter-brochen wird.( Fig. 5; vergl auch Taf. XV.) Jedoch sind die Münster-taler Häuser im großen Ganzen nicht so massiv, ja festungsartig an-gelegt wie die Bauten vom Unter- und Oberengadin.

Die zuvor erwähnten schießschartenförmigen Fenster, die manauch in anderen romanischen Tälern Graubündens findet( Engadin,Albulatal, Rheinwaldtal), sollen in der früheren kriegerischen Zeitzum Schutz gegen die feindlichen Uberfälle angelegt worden sein. ¹)

1) Sowohl im Engadin wie auch im Münstertal findet man überdies an einzelnenHäusern noch typische Schießscharten.