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Was das Verbreitungsgebiet der„ scuffia betrifft, so findet man sie ingleicher oder nur wenig abweichender Form im ganzen Bezirk der Hohen Maurienneund im angrenzenden Piemont( Susatal). Auch im oberen Val d'Herens, in Evolena( Kanton Wallis) wird an Feiertagen noch fast allgemein unter dem Walliser Hut eine der, scuffia" ähnliche weiße Haube getragen.
Über die Herkunft der scuffia" konnte ich keine zuverlässigen Angaben erhalten.Die Bessaner meinen, daß sie gleich der beretta" aus dem Piemont herstamme, jedochälter als diese sei.
2. Alte Frauentracht.
Die alte Frauentracht, die noch vor etwa 30 Jahren inBessans allgemein getragen wurde, scheint von der städtischen ModeFrankreichs aus der Mitte des 18. Jahrhundertes herzurühren. Sieunterscheidet sich von der heutigen Tracht sowohl durch ihrenSchnitt als auch durch ihren Farbenreichtum.
Einige Bessaner Familien haben in ihren Truhen noch einzelneExemplare des alten Frauen- und Männerkostüms aufbewahrt, und sokonnten, dank der Freundlichkeit eines Bauern und zweier Bäuerinnen,welche die Tracht anlegten, die nächstfolgenden photographischenAufnahmen angefertigt werden.
Das alte Frauengewand, das über dem Unterkleid, der, chemisetta", getragenwurde, setzt sich aus einem engen Leibchen und einem Faltenrock zusammen.( Taf. VII,Fig. 2.) Das Leibchen( bust) aus dunkelbraunem oder schwarzem hausgewebten Tuchist durch schmale, dicht nebeneinander angebrachte Blechplättchen miederartig gestaltet.Vorne ist das Leibchen offen und wird durch einen herzförmigen, mit Seide überzogenenBrustlatz aus Pappendeckel geschlossen. Dieser Brustlatz sowie auch das ihn bedeckendebunte Schultertuch werden von einer bunten Seidenborte zusammengehalten, welche durchdie zu beiden Seiten des Leibes angebrachten, Ösen gezogen ist. Die schmalen Ärmelsind unten mit einem buntgestickten Seidenstreifen verziert, der in dem heutigen Kostümdurch eine schwarze Samtbordüre ersetzt ist. An dem Leibchen ist um die Taille eindicker Bausch aus steifer Leinwand angenäht, über den ein schwarzer Rock( cuten)getragen wird. Dieser, aus schwerem hausgewebten Tuch hergestellt und oben reichgezogen, wird durch den Bausch hochgehalten, so daß der Oberkörper dick und kurzerscheint. Man achtete besonders darauf, daß die Rock falten ganz gleichmäßig fallen, undum das zu erzielen, wurde der Rock, nachdem die Falten geordnet waren, mit einemStrick abgebunden und über Nacht aufgehängt. Zu diesem Kostüm trug man bunt-gemustertes Schultertuch und Schürze aus Wolle oder Seide. weiße Strümpfe und aus-geschnittene Spangenhalbschuhe.
Die Haube, die vor Einführung der beretta" zu der alten Frauentracht aufgesetztwurde, heißt, cuiffa".( Taf. VII, Fig. 3.) Sie ist aus einem einzigen Stück blauenBaumwollstoffes in der Art der Kinderhäubchen hergestellt, liegt vorne eng an, währendsie im Nacken in Falten gezogen ist. Der obere Teil der Haube besteht aus einemEinsatz von Goldstoff, um den mit bunter Seide eine schmale Borte eingestickt ist; dieletztere schmückt auch den Haubenrand. Die, cuiffa" soll ehemals allgemein getragenworden sein, wurde jedoch, als die, beretta" in Mode kam, immer seltener und verschwandvor einigen Jahrzehnten gänzlich. Nur mehr in einer Bessaner Familie gelang es mir,eine derartige, längst außer Gebrauch gekommene Haube ausfindig zu machen.
3. Kindertracht.
Die bereits geschilderte gegenwärtige Frauentracht wird vonjungen Mädchen nach der ersten Kommunion angelegt, bis dahinsind die Kinder anders gekleidet. Als noch die alte Tracht allgemein