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Handelsgeist sie über das Meer von der italischen Küste nach Albanien,wo sich ihre Geltung am ehesten und allein unter allen Einflußsphärenzonenhaft auf den Bereich der Küstengebiete abgrenzen läßt, wie schonCvijić mit vollem Recht hervorgehoben hat. Schwerer geht es an, denersterwähnten mitteleuropäischen Errungenschaften der Binnenländerbestimmte Strecken der Geltung zuzuweisen. Der Gürtel, von dem aussie sich verbreitet haben, sind vornehmlich die im 18. Jahrhundert durchvollwertiges Deutschtum gesicherten Grenzen des Habsburgerreiches, dieehemalige Militärgrenze, das Banat samt dem kernhaft tüch-tigen Volksgebiet der Siebenbürger Sachsen. Es sei ihrer Rolle alsKulturbringer auf der Halbinsel hier gebührendermaßen gedacht; hat dochBosnien, zum Teil auch Montenegro wie auch das Königreich Serbienvon ihnen die Grundlagen neuer höherer Wohnkultur und der höherenFormen des Hausrates gewonnen.
In diesem Zusammenhang ist nun auch der kulturellen Rolledes Slawentums in diesen Gebieten der Halbinsel zu gedenken. Inaltertümlichem» patriarchalen« Gehaben wurzelnd, zeigt es bedeutungs-volle Eigenart in der Entwicklung der volkstümlichen Gesellschaftsformen( Hauskommunionen), die sich auch im Wohnwesen widerspiegelt, es ver-fügt über eine eigenartige Tracht, durch alle modischen Wandlungenbehauptet und verschönt vom gemeinslawischen Textilfleiß der Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber,und mancherlei hausgewerbliche Fertigkeit. Manches davon hat es derälteren bodenständigen, volksmäßig einverleibten oder nachbarlichenBevölkerung abgegeben, doch hat es im westlichen Küstengebiet roma-nischer Handelsgeist und politische und kriegerische Überlegenheit kaumirgendwo außer in unwirtlichem Berggebiet zu kultureller Vormacht-stellung gelangen lassen. Eine solche hat im Binnenlande einerseits dievon Byzanz entlehnte Orthodoxie mit ihren äußerlichen Macht- undKulturmitteln, Kirchen und Klöstern zusamt ihrem künstlerischen undkulturellen Gefolge vermittelt, andererseits hat es sie in volksmäßigemAufschwung durch Anlehnung an das Abendland Glossar ::: zum Glossareintrag Abendland vornehmlichim Wege und durch Vermittlung der» christlichen Donau länder<<gewonnen. Von hier stammt das» christliche« serbische Wohn- und Städte-wesen im Gegensatz zum türkisch- mohammedanischen Glossar ::: zum Glossareintrag mohammedanischen etwa Bulgariens,von hier die christlich städtische Tracht, das christliche Gewerbe, Er-ziehung und Unterricht wie alle Errungenschaften verwaltungstechnischerund geistiger Kultur.
Mögen auch die politischen Ereignisse heute dieses Bild vor manchenAugen trüben, der Kulturgeschichte des Landes ist sie in ihren Wahr-zeichen und sichtbaren Denkmälern unveräußerlich aufgeprägt.
Die flächenhafte Verbreitung und zeitliche Tiefe des Kulturbesitzes.
Suchen wir uns die rein flächenhafte Verbreitung des Kulturbesitzesin den geschilderten Gebieten zu vergegenwärtigen, so ist es nach demVorangegangenen klar, daß von den großräumigen einheitlichen Kultur-