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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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Besonders zahlreich sind Gehöfte wie Dorfsiedlungen jeder Art inden dem nördlichen Bergrücken vorgelagerten ebenen Flächen entlangder Linie Ipek- Rudnik; die Wohntypen neuerer serbischer Kolonisationsind gänzlich auf diese Zone beschränkt. Hier handelt es sich eben offen-bar um Ableger der Bevölkerung aus den Nachbargebieten, die in diesen

Abb. 52. Serbisches Gehöfte bei Mitrovica.

Bergen des Nordensden Anschluß an eige-nes Volkstum aufrechterhalten wollten; dieübrige Bevölkerungscheint vor allem vondem Bestreben hieher-geführt worden zusein, sich im Falleeiner kriegerischen Be-drohung, wie sie dieseGebiete durch Jahr-hunderte in Bann ge-halten, ja zu ihrer Ab-holzung und gänzlichenVerödung geführt hat,eine sichere Zuflucht in

der Nähe zu sichern, wie sie die Bergschluchten ja auch tatsächlich heutenoch bieten. Sehr dünn ist die Besiedlung im ganzen Bereich zwischendiesem Gebiet und dem Becken von Prisren, wo zum erstenmal wiedergrößere geschlossene Ortschaften begegnen.

Landwirtschaft.

Allgemein fällt in der Metochie die sorgfältigere Bewirtschaftungdes Bodens gegenüber Albanien auf. Bei Decsany ist wohl die Nähedes alten Klosters hiefür maßgebend gewesen; man hat hier durch reich-liche Bewässerung und sonstige Pflege prächtige Wiesen, wie man siekaum besser in Westeuropa erzielen könnte, gewonnen. Auch die Mais-felder sind besser angelegt, in den Gärten sämtlicher Gehöfte, auch deralbanischen, sieht man neben Griecherln reichlich Zwetschken-, auch Apfel-bäume gepflanzt; Wallnußbäume tauchen auf, kurz es offenbaren sichdeutlich die Einflüsse einer durch das Binnenland vor allem durch Serbienvermittelten Obstkultur. Um Prisren überrascht der besonders üppigeGemüsebau, der vorab von bulgarischen Gärtnern, wie Jireček nach-gewiesen hat, über die Halbinsel verbreitet wurde und wohl auch hier,sei's auf ihrer Hände Arbeit, sei's auf ihre Schule, zurückleitet.86) Auf denFeldern stehen hier Strohhütten, die an der primitivsten Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivsten und altertümlichstenArtung menschlichen Obdachs festhalten; es sind Feld hüterhüttenaus einem bienenkorbförmig oder spitzkonisch zusammengeflochtenenZweiggerüst, von dicken Strohbündeln überschobert.( Taf. V, 2, 3 u. Abb. 9,