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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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unmittelbar auf sie gerichtete Blick sie zu dichterer Verschleierung. DieFrauen auf dem Lande, namentlich die älteren, halten sie auch demFremden gegenüber nur lässig ein. Der Umhang wird hier meist nurüber Haar und Schultern geschlagen.

Zur>> Verschleierung« ziehen sie einen Zipfel vor den Mund oderführen die Bewegung in andeutender Gebärde auch nur mehr mit derHand aus. Die Scheu vor fremdem festen Blick oder gar vor dem Photo-graphiertwerden teilen namentlich die orthodoxen Städterinnen in Alt-serbien mit den Mohammedanerinnen Glossar ::: zum Glossareintrag  Mohammedanerinnen: es entspricht dies alles eben demeingezogenen Leben der Frauen im Orient Glossar ::: zum Glossareintrag  Orient ganz im allgemeinen und seituralter Zeit. Das türkische Element hat die Sitte nur gesteigert und gefestigt.Auffällig sind ferner die zahlreichen Übereinstimmungen der Elementeder weiblichen Tracht mit der männlichen: die Pluderhosen, dieJacken, die Gürtelschale sind sich im Grunde genommen ganz gleichund ebenso werden von der bäuerlichen Bevölkerung» džamadans<< und>> džurdijas<< gleichartig getragen. Es hängt dies offenbar damit zusammen,daß die Frauen nur mit ihrer eigenen Hände Arbeit der Männertracht dieWaage halten konnten, dagegen in der städtischen Mode niemals ihrergeringer geachteten sozialen Stellung nach irgendwie tonangebend gewordensind. Wo der volksmäßige Besitz der Weibertrachten Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibertrachten daher verarmt ist,sind an seine Stelle nur die Leistungen, wie sie männliche Schneiderbisher nur für Männer herstellten, getreten.

Durchaus abseits von den übrigen albanischen Trachten steht auchauf der Weiberseite Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiberseite die Tracht der Mirdita.( Abb. 41.) Sie bestehtaus Hemdrock, ärmellos em langen Rock und einem ähnlichenmit Ärmeln versehenen Überrock, beide aus weißem Filzloden, anRücken, Achseln und in den Hüftzwickeln mit roten, gelben und weißenBorten benäht, weißen leinenen Unterbeinkleidern, einer bunt ge-wirkten, mit langen roten Fransen besetzten Schürze. Dazu wirdschließlich noch ein gleichfalls seitlich mit langen herabhängenden Fransenverzierter, mehrfach umschlungener Gürtel getragen; gemusterte Socken,Opanken und Kopftuch entsprechen den gleichen Elementen derEbene. Röcke wie Schürze und Fransengürtel sind offenkundig slawischeElemente der Tracht und kehren ganz ähnlich, ja fast übereinstimmendin Makedonien wieder; so werden sie in der Mirdita vielleicht auf dendort einst herrschend gewesenen bulgarischen Einfluß zurückzuführensein. Heute konnte ich die Tracht südwärts bis Elbasan verfolgen, imOsten steht sie in breitester Erstreckung in Zusammenhang mit denmakedonischen Trachten.

Die Typen des volkstümlichen Schmuckes.

Noch weniger deutlich fast als bei den Trachten kann eine Scheidungin feste Gruppen beim Schmuck durchgeführt werden, der hier bei denFrauen wie sonst auf der Halbinsel zum Teil heute noch in reicher Blütesteht. So reich wie vordem ist er allerdings nur in den wohlhabendsten