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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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Von dieser Tracht der Hochländergaue weicht die der Drinebenein manchen Belangen ab.( Abb. 37, 38.) Vor allem wählt man zu ihrerHerstellung durchwegs leichtere Stoffe, manchmal auch landfremden Ur-sprunges. In dem Bestreben, die Tracht möglichst reich und wirkungsvollauszugestalten, tun sich die wohlhabenderen Bäuerinnen der Dörfer süd-lich von Skodra womöglich noch mehr hervor als die Gebirglerinnen,außerdem findet man hier mancherlei Entlehnungen aus der städtischen( Skutariner) Tracht, dazu Anklänge an mittel- und südalbanische, bessergesagt türkische und griechisch- orthodoxe Kleidersitten.

Der Hemd rock wird oder wurde bisweilen aus feinem, mitSeide durchschossenem Baumwollgewebe hergestellt, zumeist besteht eraber aus Leinwand und wird an Ärmeln, Brustteil und Kragen wie dieWeiberhemden Glossar ::: zum Glossareintrag Weiberhemden von Süddalmatien mit einem Besatz von Häkelspitzenverziert. Unter dem Hemdrock tragen die Frauen türkische weite Bein-kleider aus Leinwand, darüber zwei Schürzen oder eine Art nichtganz geschlossenen Rockes und eine Schürze. Die beiden Schürzen sindzumeist aus licht gemustertem karrierten Kattun gefertigt. Der>> Rock<<ist eigentlich eine Art Hinterschürze, die manchmal kaum breiterals eine gewöhnliche Schürze ist, manchmal aber auch mehr als dreiViertel des Körpers umschließt. Sie ist aus gefälteltem schwarzen Stoffgefertigt und erinnert äußerlich bis zu einem gewissen Grade an unserealpenländischen Faltenröcke. Vielleicht leitet die Fältelung in der Tat gleich-artig auf städtische westliche Moden zurück.

Bemerkenswert ist das Vorkommen einer fast völlig übereinstimmendenSchurzrocktracht bei den Vasojevici, von wo sie Rovinsky erwähnt. Ahnliche, fastganz geschlossene Schurzröcke der Bulgarinnen um Izvor und Lopot und anderwärts,ferner die geschlossenen Röcke der Frauen von Ochrida, die Boué erwähnt, erweckendie Vermutung, es seien ähnliche Trachtenformen auf der Halbinsel ziemlich weitverbreitet gewesen;im Osten schließt sich auch die rumänische Weibertracht Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibertracht ansie an, deren offener, um die Hüften gebundener Rock gleichfalls aus der altenSchürzentracht hervorgegangen sein dürfte. Es ist die gleiche Entwicklung wie etwadie der malaiischen Sarongtracht. Inwieweit auf der Balkanhalbinsel dabei westlicheVorbilder mit ini Spiel waren, ist derzeit kaum noch zu entscheiden.

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Um die Mitte wird auch in der Drinebene allgemein ein vorwiegendrot gewirkter Gürtelschal getragen. Über dem Hemd legt man entwedereine ärmellose weiße Lodenweste an, mit breiten roten und gelbenSeiden- und Wollborten benäht, oder auch noch eine in der gleichen Artverzierte weiße bis zu den Hüften reichende Ärmeljacke. Die Westenbesitzen über dem Busen spangenartige Fortsätze zum Zusammennesteln;genau denselben Schnitt weisen auch die Leibchen der Serbinnen inMitrovica und die der Bulgarinnen auf, so daß auch hier landläufige, umnicht zu sagen modische Form in weitem Bereich sichergestellt ist.

Das Vorkommen der kurzen Jacken ist im Norden eine ganz vereinzelteErscheinung, dagegen kehren dieselben nicht nur bei der mittelalbanischen Bevölke-rung ganz allgemein wieder, sondern bilden auch, aus Tuch hergestellt und mitPelz verbrämt, einen typischen Bestandteil der Tracht der orthodoxen Griechinnenin Südalbanien wie in Altserbien und dürften vermutlich im städtischen BereichZeitschrift für österr. Volkskunde. XXIII. Ergänz.- Bd. XII.

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