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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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im Küstengebiet namentlich haben die Trachten den Einflüssen fremdenHandels, auch fremder Moden folgend, vielfache Veränderungen in Material,Schnitt und Zusammensetzung erfahren, und was heute an ihnen inErscheinung tritt, ist keineswegs als ein- und demselben Grundstockzugehörig zu betrachten, auch keineswegs nach alten oder neuerenVolkstumsgrenzen streng umschrieben, vielmehr nach gesellschaftlichenRücksichten gegliedert und nach Handel und Verkehrslage des Gebietesabgewandelt wie überall.

Am Oberkörper trägt

der Malisor der nördlichenHochlandsgebiete vielfachwie auch der Montenegrinernoch kein Hemd; esist dies nicht etwa ein

Zeichen besonderer Ver-wahrlosung, vielmehr einÜberbleibsel alter europä-ischer Gepflogenheit; auchdie bäuerliche Bevölkerungunserer Alpenländer trugnoch im 16. Jahrhundertkeine Wäsche am Leibeund der Tiroler Bergbauernannte noch im 19. seineLodenjacke» Hemd<<.

In den wärmerenKlimaten steht es sonstallgemein im Gebrauch,in Mittelalbanien südwärtsdes Krabegebirges läßt manes fast ausnahmslos inFältelung über die Hosenüberfallen( Abb. 33), gewiß

Abb. 33. Malisoren in Skodra. Im Hintergrund links ein Städter.

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in Übereinstimmung und Zusammenhang mit der Fustantracht Süd-albaniens und Griechenlands, die früher zu Boués Zeiten bis Nord-albanien in Gebrauch gestanden sein soll, die ich in Skodra aber nurganz vereinzelt in städtischer Herrichtung sah und die ich überhaupt alseine modisch zugestutzte Hemd- oder Leibrocktracht deuten.möchte.

Bei den Landarbeitern der Balkanhalbinsel, in Bosnien, Serbien, Bulgarien,Rumänien, darüber hinaus in Südungarn und selbst noch in der Bukowina ist dasüberfallende Hemd als wichtigstes Kleidungsstück für den Oberkörper allgemeinin Gebrauch. Es entspricht dies dem mittelalterlichen Kleiderwesen unsererBauern, wie aus zahlreichen einschlägigen Abbildungen ohneweiters zu erkennen ist.Alle diese Trachten möchte ich als volkstümliche Ausprägungen der gemeinmittel-alterlichen Leibrockformen ansprechen, zu denen zweifellos auch die» Fustan<<-,