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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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weinlaubumkränzt.( Taf. I, 9.) Als Hauptraum des Hauses dient die Küche,jedoch ist stets auch ein gesondertes Frauengemach vorhanden. Inder Küche findet man bisweilen eine mit Nische versehene Steinbankso gut wie im montenegrinischen Hause, wie überhaupt die Innen-einrichtung mit Ausnahme der Heiz- und Schlafgelegenheiten so ziemlichdie gleiche ist. Von letzteren fehlen die Bettstellen, man schläft wie allent-halben im mohammedanischen Glossar ::: zum Glossareintrag  mohammedanischen Bereich auf ausgebreiteten Matten,Teppichen, Decken, Pölstern und dergleichen. Im Bereiche derHeizeinrichtungen scheint neben der Kaminfeuerung der Feuerbockauf türkischen Einfluß zurückzugehen; er begegnet in Podgorica und hierfast in jedem Hause.

Zusammenfassung.

Überblicken wir Haus und Hausrat von Montenegro, wie geschildert,nochmals als Ganzes, so treten uns als bodenständige oder doch innäherem Kultur- nnd Volksbereich weitergebildete Formen entgegen; dasursprünglich einräumige Steinhaus der Karstgebiete mit offenem Herd-feuer, gewiß altillyrisches Erbe, die Paargehöfte, schließlich das Stock-haus, durch italisch- romanische Einflüsse vielfach neuzeitlich schon abge-wandelt, andererseits der auf altbosnischen Formen fuẞßende, aber jungeHolzblockbau und die kegelförmigen Hütten alter Hirtenkultur. Slawischist die Ausgestaltung der Gehöfte im Sinne der Hausgemeinschaft durchNebenhäuschen und anderes. Fremden Ursprungs sind die türkischenStadthäuser, der Kulen- und wie noch hinzuzufügen, der Tschardakbau, fernerGeflecht- und Lattenwerkhäuser. Bezüglich der Inneneinteilung ist die>> soba<<zweifellos für weite Strecken eine verhältnismäßig neue Errungenschaft.

Ähnliche Beziehungen weist die Hauseinrichtung auf. Höchstes Alterdürfte den Herdsteinen zukommen, ebenso der steinernen Herdbank, denWandnischen, ferner den Backgerätschaften. Die Einrichtungen der Milch-wirtschaft weisen wie die hölzernen Fässer Beziehungen mit allen Gebietendes Nordens und Ostens bis in die Karpathen, andererseits auch den alpen-ländischen Gebieten auf. Dörroste, Aschengrube, Gestell für den Backtrog,Hängehaken, auch Schemel und Hocker reichen heute kaum über das heutigesüdslawische Wohngebiet an der Adria hinaus. Das Herdgerät ist größten-teils romanisch- italischen Ursprungs, ebenso die Kaminheizung derKüstengebiete. Mancherlei Pfannen und Küchengeschirr sind aber, wie derFeuerbock, der runde Eẞtisch, von den Türken dem Lande vermitteltworden. Bleibt nun noch der Rest der engeren Übereinstimmungen mitdem mitteleuropäischen Kulturgebiet. Sehen wir von den oben-erwähnten kulturgeschichtlich schwer faẞbaren Behelfen der Milchwirt-schaft ab, so bleibt von ihnen nur der kleine Stock gezimmerter Möbelim Hause übrig, die» Speiskästen<«<, die Truhen und die Betten, gewißnicht genug, um besondere Beziehungen zwischen beiden innerhalb desvolkstümlichen Kulturlebens Alteuropas im allgemeinen zu postulieren.Lediglich der» Milchkasten« mag als eine gemeinsame» höhere« Kultur-errungenschaft einige Beachtung verdienen.