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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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Allgemein findet man zunächst naturfarbene oder bemalte Holz-truhen zur Aufbewahrung der Kleider. Sie stellen wohl die altertümlichstenEinrichtungsstücke des Raumes dar. Ihre Form ist die gleiche wie dieihrer nordalbanischen Verwandten, die in Skodra erzeugt werden. Siestehen auf den verlängerten Wandbrettern der Schmalseiten und haltendarin spätgotische Zimmertechnik fest. Die Bettgestelle sind allgemeinneuzeitliche Tischlerarbeit. Vereinzelt gehören zur Einrichtung auch drei-füßige Stühle mit runder Lehne und bisweilen auch ein westeuropäischerTisch.

2. Das Waldgebiet Nordostmontenegros.

Wirtschaft.

Hauswesen.

Die geschilderten Wohn- und Wirtschaftsformen sind unter allerleiörtlichen Abwandlungen im großen und ganzen im Karstgebiete allgemeinin Geltung, dagegen betritt man, von Podgorica nordwärts gehend, einganz andersartiges Landschafts- und Kulturgebiet. Hier streicht das bos-nische Schiefergebirge in breiter Erstreckung südöstlich durch das Land

Abb. 3. Blick auf die Vegetationsgrenze am Rande des Schiefergebirges am Vjeternik bei Podgorica.

bis heran an den nordalbanischen Gebirgsknoten und bietet nach Boden-beschaffenheit, Bodenformen, Klima und Bewachsung der menschlichenWirtschaft ganz andere Voraussetzungen als das kahle und öde Karst-gebirge. Prächtige Buchenwälder bedecken die Bergeshänge, unterbrochenvon weiten saftigen Wiesen; so treibt die Bevölkerung im Tale wie aufden Almen vorzugsweise Vieh- und Milchwirtschaft; Wohnbau wie Haus-gewerbe werden von der Verwertung des natürlichen Holzreichtumsbeherrscht.( Abb. 3.)

Zeitschrift für österr. Volkskunde, XXIII. Ergänz.- Bd. XII.

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