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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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bis in die Mirdita reicht, die Vermutung auf, es bestehe hier Zusammenhangmit kirchlichem Wesen. 15) In der Tat häuft sich ihre Verbreitung auffälligin der Nähe von Klöstern( Monasterium Morački, Berane, Ipek). Auch inAufbau und Auszier entsprechen sie durchaus dem Gestühle des höherenKlerus der orthodoxen Kirche, aus der sie, ausgestattet mit dem Nimbus desEhrensitzes, offenbar in den bäuerlichen Lebenskreis übernommen wurden.

Zur Auszier der» soba« sah ich hier bisweilen bunt gewirktePölster und Teppiche verwendet, die aus Ipek und mittelbar sogaraus Pirot bezogen werden, ein Beweis regen Handels, der nach altemHerkommen diese abgelegenen Gebiete der Halbinsel untereinander ver-bindet. Der Bodenraum über der» soba« wird mittels gekerbter Ein-baumleitern erreicht,» stuba«, die von hier bis nach Nordbosniensich verfolgen lassen.( Taf. V, 5.)

Alles in allem entspricht das Haus nach Bauart und Inneneinrichtung, vorallem dem Küchenhausrat, durchaus dem bosnischen Gebirgshaus derWaldgebiete, wie schon Murko festgestellt hat und auch aus den trefflichenSchilderungen der neuzeitlichen Pfahlbauten Nordbosniens durch V. Čurčić zurEvidenz hervorgeht. Besonders auffällig ist die Übereinstimmung namentlich bezüg-lich der Inneneinrichtung, die fast Stück für Stück hier wie dort wiederkehrt. DasVerbreitungsgebiet dieses Hauses reicht in Montenegro westwärts bis zur Moračaund geht von hier durch das Gebiet von Drobnjak über Bilek, wo es wenigstensseinerzeit anzutreffen gewesen sein soll, nach Bosnien.

Seine Ostgrenze wurde von Professor Krebs im Sommer 1916 etwa aufder Linie Berane- Sjenica- Užice beobachtet, südlich läßt es sich seiner Bau-form nach bis auf albanisches Stammes- und Sprachgebiet über Plav und Gusinjehinaus verfolgen. Im Stammesgebiet der montenegrinischen Kućen westlich davonfindet sich noch meistens eine» soba« und allerdings selten auch ein Ofen in ihr;auf albanischem Gebiet ist die gesamte Inneneinteilung, da die Bevölkerung hiergrößtenteils mohammedanisch Glossar ::: zum Glossareintrag  mohammedanisch ist, einigermaßen abgeändert. Es liegen mir hierüberdie folgenden freundlichen Mitteilungen des Herrn L. v. Führer, derzeit k. u. k.Fähnrich i. d. R., vor:» Es sind( in der Gegend von Plav und Gusinje, meine An-merkung d. A.) Blockhäuser mit steilem Dache, das mit Bretterschindeln gedeckt ist; oftwird auch Stroh verwendet. Um das Gebäude herum geht ein Gang, der von weitvorspringendem Dache gegen Sonne und Regen, respektive Schnee geschützt ist.Der Eingang führt in einen Vorraum, von dem je eine Tür in den Raum der Frauenund in jenen der männlichen Familienmitglieder führt. Im Hintergrunde dieses Vor-raums befindet sich die Küche, gewöhnlich mit Feuerung auf dem Boden. Manchmal isteine Art offenen Herdes von Backsteinen aufgebaut. Kamine( odžak) befinden sichin allen Häusern in beiden Wohnräumen. In Gusinje und Plav besteht die Bevölke-rung nahezu ausschließlich aus Mohammedanern Glossar ::: zum Glossareintrag  Mohammedanern. Viele Häuser sind aus Steingebaut, sogenannte» kulas«< ,...«( also schon der albanische Haustypus). Vereinzeltscheint sich aber sogar die alte Inneneinteilung auch auf diesem veränderten Volks-gebiet noch erhalten zu haben. Wenn ferner Nopcsa schreibt( a. a. O., S. 15):>> In den soliden Blockhäusern von Budatschi( südwestlich von Gusinje) enhält dererste Raum, in den die Haustür führt, die Feuerstätte und dient als Küche sowieden Frauen als Schlafraum, der zweite ist dagegen den Männern und deren Gästenals Wohn- und Schlafzimmer vorbehalten, die Scheidewand besteht entwederaus Balken( sic!) oder bloß aus brusthohem Reisiggeflecht( von mir eingefügt d. A.)und weist, was für ein Männergemach in Albanien eine Seltenheit ist, keine Feuer-stelle auf«<, so trifft diese Schilderung mutatis mutandis vollkommen auf das bos-nische Gebirgshaus zu.