Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde19 (1913) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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19 (1913) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Das Sippenfest( krsna slava, krsno ime) bei den Serben.

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eine Leinenschürze, die man sich blau färben läßt. Zur Schnittzeitträgt man weiße Latzschürzen, ebenso zum Säen. Bei Zusammen-künften, auch oft Sonntag nachmittags, trägt man Schürzen, aberharbene, und da meist aufgesteckt. Als die Schafzucht vor nochzwanzig Jahren im Böhmerwalde heimisch war, waren allgemein die» Turideig wander« oder» Turadegwander« üblich, eine Art Loden ausGarn und schwarzer oder weißer Schafwolle. Jeder Dienstknecht undHütbube bekam damals zum Jahreslohn ein Turideigewand( Anzug).Heute bekommt er neben dem Lohn noch Leinenhemden,» Blahel«,beim Dienstantritt und Austritt, zu Ostern, zum Kirchtag und Aller-heiligen einen weißen Laib Brot, ferner einen» Bifung« Flachs oderKraut oder Kartoffeln.

Die Frauen tragen ebenfalls rupfene und harbene Hemden, imSommer bei der Hitze oft nur halbe Hemden, die bis in die Mitteherabreichen, oder Hemden, die bis zur Mitte herab harbern undunten rupfern sind. Man läßt sich Arbeitsschürzen weißgemustertblau färben, ebenso Kittel( Röcke), sowohl» obnafti Kidln«( Ober-röcke) und» Intasikidln«( Unterröcke). Friemt( bestellt) sich eine Frauein Paar Schuhe, bringt sie Leinwand als Futter, die Jacken habenmeist Leinenfutter. In viereckigen, etwa 1 m Länge und so viel inder Breite messenden Leinwandflecken,» Kitzen« oder» Graskitzen«<genannt, mit vier starken genähten Leinwandbändern(» Zitzeln«) anden Ecken trägt die Waldfrau ihr Gras aus dem Wald oder vomFeldrain heim; die Strohsäcke sind aus Leinwand, ebenso die Schütt-ziechen und meist auch die Polster- und Tuchetziechen, letztere jedochmeist gemustert gefärbt. Kleine Stricke dreht sich der Bauer auseigenem Flachs. Kurz, überall im Haushalt des Böhmerwäldlers findetman verarbeiteten Flachs, im Kleid, im Bett, schon in der Kinder-wiege, und nicht zuletzt ist zu erwähnen, daß auch in der Geldtascheder Flachs Spuren hinterläßt die klingende Münze. Und mit demFlachs und dessen Bearbeitung und Volksglauben eng verwoben sindanheimelnde Volksbräuche, Spiele, Belustigungen und Lieder.

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Der Böhmerwäldler und der Flachs sind unzertrennliche Freunde.

Das Sippenfest( krsna slava, krsno ime) bei den Serben.Von Ljubomir Pedo, Pope in Travnik.

Vorbemerkung des Übersetzers.

Ich gestatte mir, im folgenden in Übersetzung eine für die» Zeitschrift für österreichische Volkskunde« bestimmte schriftlicheMitteilung des Herrn Ljubo Pećo, Popen in Travnik, mit dem ichwährend meiner letzten Studienreise bekannt geworden bin, bezüglichdes interessanten Sippenfestes( Fest des Hauspatrons) der Serben zu über-mitteln, in der er einige wichtige, bisher nicht gewürdigte Tatsachenbespricht; er hat hiebei die Verhältnisse seiner Heimat, des Janjtales,das 30 km südwestlich von Jajce in das Plivatal einmündet, vor Augen.Dr. E. Schneeweis.