62 Mitteilungen aus dem Verein und dem k. k. Museum für österr. Volkskunde.
Vortragstätigkeit ist ebenfalls im Berichtsjahr ein Fortschritt gemachtworden, indem ein Zyklus von fünf Vorträgen über österreichischeVolkskunde in Waidhofen a. d. Thaya mit großem Erfolg stattfand,abgesehen von den zahlreichen seminaristischen Übungen, die mitden Hörern der k. k. Universität im Museum abgehalten worden sind.Noch ist das hochgesteckte Ziel und das weite Ausmaß dessen, waseiner zentralen Pflegestätte der österreichischen Volkskunde an Wirk-samkeit und Einfluß im Wissenschaftsbetriebe der Volkskunde, inHeimatschutz und Nationalitätenpflege zukommt, nicht erreicht. Indieser Richtung suchen wir immer mehr den Anschluß an verwandteInstitutionen zu gewinnen, und sind sicher, ihnen gute Dienste leistenzu können. In erster Linie ist hier an die k. k. Zentralkommissionfür Denkmalpflege gedacht, welche sich, dem Zug der Zeitund aus ihrem eigenen Schoße hervorgegangenen gewichtigenStimmen folgend, der Fürsorge auch für die volkskundlichenund volkskünstlerischen Interessen der österreichischen Volksgebietenicht entziehen wird und kann, weiters an die Arbeiten der vomhohen k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht eingesetztenVolksliederkommission, an die von der k. k. Akademieder Wissenschaften in Wien geplante Schaffung eines Wörter-buches der bayrisch- österreichischen Mundart, an denBetrieb der kunsthistorischen Institute der k. k. Universität,an die Tätigkeit der Heimatschutzverbände, nach welchenRichtungen allen unsere Tätigkeit fördernd, vermittelnd und orien-tierend einzugreifen berufen und gesonnen ist.
Wie schon hervorgehoben worden ist, standen uns im Berichts-jahr dank der Munifizenz verschiedener Freunde und Gönner unseresUnternehmens sehr beträchtlich gesteigerte Mittel zur Verfügung.Es war dank der Höhe der unserem Museum zugewendeten gütigenWidmungen nicht nur möglich, den außerordentlich gesteigertenKostenaufwand( inklusive Transportkosten) für die Vermehrung unsererSammlungen im Betrag von K 17.827.55( gegen K 10.080 72 imJahre 1911) zu decken, sondern auch sämtliche, in den Jahren 1907bis 1910 dem Hausfonds leihweise für Sammlungszwecke entnommenenSummen im Gesamtbetrag von K 8900 demselben rückzuerstatten, sodaß derselbe wieder auf seine volle Höhe im Gesamtbetrag vonK 23.36567 gebracht erscheint. Wir danken diese äußerst erwünschteund dringend notwendig gewesene finanzielle Stärkung den hoch-herzigen Widmungen Seiner Durchlaucht des regierenden FürstenJohann von und zu Liechtenstein( K 4500), des HerrnDr. med. et phil. Rudolf Trebitsch( K 15.000), des Herrn PhilippRitter v. Schoeller( K 5000) und des Herrn Anton Dreher( K 1000).Herrn Dr. Rudolf Trebitsch verdanken wir außerdem die Widmungder bretonischen Sammlung sowie die Zuweisung mehrererüberaus interessanter Kollektionen aus Italien, Rußland