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Literatur der österreichischen Volkskunde.
diese heute überhaupt mehr möglich wäre, ausgenommen auf Grundmehr wahrscheinlicher neuer archivalischer Funde.
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heute aber kaum
Die Verfasserin beschwert sich über den in meiner Besprechung angeschlagenenTon, der ihre Beweisführung angeblich ins Lächerliche zu ziehen suche. Bin ich daranschuld, wenn ihre in Unkenntnis der kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse derVorzeit größtenteils aus irrigen Voraussetzungen, Sophismen, allgemeinen, aber hier nursehr bedingt geltenden Sätzen und Phrasen aufgebaute Beweisbrücke über eine vonvornherein uferlos formulierte Frage einer sachlichen Schwerprobe inkeiner Hinsicht standzuhalten vermag und kläglich zusammenbricht, sobald man sieunvoreingenommen im wissenschaftlichen Geiste prüft?
1. Deutsches Lesebuch für österreichische höhere Gewerbeschulen unddiesen gleichgestellte höhere Fachschulen. IV. Bd. Mit 94 in den Text gedrucktenBildern. Von Schulrat Rudolf Fiedler, Wien. Im k. k. Schulbücherverlag 1912.
Es ist ein wertvoller Gedanke gewesen, für die besonderen Bildungsbedürfnisseder gewerblichen Jugend ein Lese- und Erbauungsbuch zu schaffen. Frühzeitig kündigtsich schon in der Wahl der Lektüre die besondere Veranlagung, die künftige Strebe-richtung des Talents an und hierbei die zunächst unsicher tastende und suchendeJugend zu leiten, ihr sofort den heißbegehrten Gedankenstoff in reicher und ausgewählterFülle vorzulegen, ist ein wirkliches pädagogisches Verdienst, das gewiß vortreffliche E-folge zeitigen wird. Entsprechend dem geistigen Horizont der Zöglinge unserer gewerb-lichen Bildungsanstalten ist die Auswahl, die aus dem deutschen Schrifttum getroffenworden ist, nicht nur auf dichterische Produktion beschränkt worden, die ja allerdingsdie Jugend, diese ästhetische Altersstufe par excellence, nirgends missen mag und darf;die Abschnitte III( Natur und Heimat), IV( Arbeit, Gewerbe, Industrie, Volkswirschaft) undV( Geschichte, Kulturgeschichte, Kunstgeschichte, Bürgerkunde) bringen vielmehr aus demmannigfaltigen wissenschaftlichen und künstlerischen Bildungsstoff, der dem Gewerblergeistig am nächsten liegt, eine wirklich überaus anregende, abwechselnde und gehaltvolleAuswahl, in die sich jeder strebende Geist in seinen Mußestunden mit Lust und Gewinnvertiefen mag. Es ist dabei kaum eine Seite der modernen Kultur und Volkswirtschaftunberücksichtigt geblieben und es sind auch die bedeutendsten Schriftsteller und Fach-männer auf diesen Gebieten hierbei zu Worte gekommen; einige kleine Ergänzungen ließensich vielleicht bei einer nächsten Auflage nachtragen. So vermisse ich ungern eine kleineAuswahl aus den ausgezeichneten Werken des großen Kulturhistorikers Riehl; dessenBuch Die deutsche Arbeit“ oder„ Naturgeschichte des Volkes" sind eine Fundgrube vonklassisch schönen und gehaltvollen Ausführungen, welche in den Rahmen des Lesebuchesvortrefflich gepaßt hätten. Auch die heimische Volkskunde hätte vielleicht ausgiebigerals es geschehen ist, zur Bereicherung des mitgeteilten Lesestoffes herangezogen werdenkönnen; ich empfehle diesbezüglich etwa ein Werk wie die„ Deutsche Volkskunde" vonElard Hugo Meyer oder die 18 Bände der„ Zeitschrift für österreichischeVolkskunde", in der sich manch trefflicher Aufsatz findet, der der gewerblichenJugend von großem Interesse sein würde; ich nenne nur die ausgezeichneten, mannig-fache Themen behandelnden Arbeiten von F. Lentner, J. Blau, R. J. Bünker,R. Meringer und andere mehr. Mit Vergnügen finde ich im vorliegenden Band einenorientierenden Aufsatz über das Bauernhaus von Österreich aus der Feder unseresersten Fachmannes Anton Dachler. Naturgemäß würde mit einer derartigen Erweiterungdes Stoffkreises auch der Illustrationsschmuck des Lesebuches in sehr erwünschter Arterweitert werden; speziell für volkskundliche und volkskünstlerische Themen aus Österreichwürde die Schriftleitung der„ Zeitschrift für österreichische Volkskunde" gern die Zink-stöcke zu den betreffenden Arbeiten zur Verfügung stellen.
Prof. Dr. M. Haberlandt.
2. Österreichische Kunstschätze. Herausgegeben von Wilhelm Suida. Kunst-und Verlagsanstalt J. Löwy. I. und II. Jahrg. Folio.
Ein überaus verdienstliches Unternehmen, das sich inhaltlich auch vielfach mit demwissenschaftlichen Interessenkreis der Volkskunde und Volkskunst berührt, ist in dieser