Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde19 (1913) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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19 (1913) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Literatur der österreichischen Volkskunde.

magyarisches Hausmodell ist aus Magyar Velem bei Güns, also sehr nahe dem deutschenGebiet, hat Küche mit offenem Herd, Mantel und Schlot, Backofen, in der Stube einenOfen aus unglasierten Kacheln, in dem mit Ofenwagen von der Küche aus gekocht wird.Spanlicht hatte man vor zehn Jahren noch in den Küchen, dann Tonleuchter für Fettund Öllampen. Im weiteren ist eine große Sammlung mit gefärbten und gezeichnetenOstereien vorhanden. Die Pfannunterlagen, aus kleinen Holzstücken zusammengesetzt,sind auch dort zu Hause sowie Kerbstöcke zum Verrechnen. Büchschen aus Holz inmehreren Formen werden im Hause gemacht. Auffällig sind Gießkannen, vollständig ausTon gemacht, dann große Pfeifenköpfe, aus Holz in Tierform geschnitzt, wie es scheintals Prunkstücke.Anton Dachler.

IV. Literatur der österreichischen Volkskunde.

1. Besprechungen:

Zur Geschichte der Spitzenklöppelei.Eine Replik von J. Blau.

Auf die in unserer Zeitschrift( XVI, Jahrg., 1919) durch mich erfolgte Besprechungdes Werkes Krajky a krajkářstvi lidu slovanského v Čechách, na Moravě, ve Slezsku aUh. Slovensku( Spitzen und Spitzenklöppelei des slawischen Volkes in Böhmen, Mähren,Schlesien und der ungarischen Slowakei. Verfaßt und zusammengestellt von MarieA. Smolka und Regine Biba. Selbstverlag. Prag 1908. Folio, 49 S. Text, 6 Bilder, 60 Tafeln.Preis K 25) ¹) erschien eine ausführliche Entgegnung seitens der Verfasserin Fräulein Bibaim VII. Jahrgange 1912 des in Prag erscheinenden Narodopisny Vestnik ceskoslovansky",in der die Verfasserin den Standpunkt ihres Buches verteidigt. 2)

Die Verfasserin gründet ihre Meinung, daß die Klöppelei bei den Slawen erfundenworden sei und daß sich diese von den Südslawen zu den Italienern und von diesen indas übrige Westeuropa verbreitet habe, auf folgende Umstände:

1. Das Fehlen geschichtlicher Nachrichten über die Erfindung und Verbreitung derKlöppelspitze.

2. Die Eigenart der slawischen Spitzen nach dem Äußern und der Herstellungsweise.3. Der Zweck der slawischen Spitze.

Zu diesen einzelnen Punkten, die ich, der Übersichtlichkeit halber und um Wieder-holungen vermeiden zu müssen, hier kurz gefaßt und bezeichnet habe, bemerke ichfolgendes:

1. Die Verfasserin sucht aus einer Bemerkung in Froschowers Modelbuch( erschienen1561 oder 1562 in Zürich) eine Bekräftigung ihrer Ansicht abzuleiten. In der Einleitungsagt der Verfasser: die Kunst der Dentelschnüren/ so jetzt by fünff vn zwenzig jarenlang in vnsern landen vfcommen vnd brüchig( bräuchlich, gebräuchlich) worden sind.Dann dieselbigen im jar 1536 erstmals durch die Koufflüt vẞ Venedig vnd Italien insTütschland bracht worden."

Weil in dieser rein zufälligen Nachricht, die doch dem Leser ihrerzeit keinesystematische Geschichte der Verbreitung der Spitzenklöppelei geben wollte, nichts vonder Verbreitung der Klöppelei zu den Slawen enthalten ist, folgert die Verfasserin, daß.die Slawen schon vor den Italienern der Klöppelei kundig gewesen sein mußten und dieKlöppelei von jenen zu diesen gekommen sein müsse.

Ferner Die Slawen sind um so gewisser die Erfinder der Klöppelei, weil ja dieWesteuropäer, falls diese Technik von ihnen ausgegangen wäre, sicher nicht versäumthätten, diese Tatsache zu verzeichnen und sich deren nach Gebühr zu rühmen.

¹) Übersetzung des Referenten.

2) Možno- li tkanice a pletenice považovati za prvotní dílo pletení na podušce alze- li právem pletarkam slovanským pričisti vynalez techniky."( Ob es möglich ist, dieTkanice und Pletenice als Vorstufen der Klöppelarbeit anzusehen und ob den slawischenKlöpplerinnen mit Recht die Erfindung der Technik zuzuschreiben sei.)