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Kleine Mitteilungen.
Baumstämmen zusammengesetzte, mit losen Schindeln gedeckte und mit Steinen be-schwerte Hütte ohne Fenster. Die Tür ist so niedrig, daß auch der kleinste Mensch sichbeugen muß, um hineinzukommen, und sie dient zugleich für den in der Stube ange-brachten Herd zum Schornstein. Das Innere besteht aus einer kleinen Stube, in der eineBank, ein paar Stühle, einige Töpfe, hölzerne Teller, Schüsseln und Löffel und ein großereiserner Wasserkessel, unter dem beständig Feuer unterhalten wird das ganze übermeine Erwartung reinliche Geräte ausmachen aus einem Stall, in dem das Vieh ge-molken und in kalten Nächten eingestellt wird, und aus einem Milchkeller.
In jeder solchen Alpe oder Alben( Alm) wohnt in der Regel eine Alpenmagd ganzallein. Man nennt sie hier sowie auch in Salzburg uud Berchtesgaden Sendinnen oderauch schlechtweg Menscher; im Lande unter der Enns und auf den Steyrischen Alpenaber Schwoagerinnen.
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Ein Rock, der kaum bis an die Wade reicht, ein Brustlatz( Leibchen), ein Hemdmit langen Ärmeln und wie ein Männerhemd am Halse zugeknöpft und ein weißer Filzhutoder ein gelber Strohhut sind ihr Anzug Milch, Butter, Käse, Haber- oder Kornbrod,wo jedoch die Kleyen nicht ausgeschieden werden, und nur selten Erdäpfel durch dieSommermonden ihre einzige Nahrung. Denn die hiesigen Älpler essen weder so reichlich,noch so substantiös als die Steyermärker und Salzburger, bey denen vier bis fünf Mahl-zeiten von gekochten Speisen was gewöhnliches sind.Probenächte, Fensterln.( S. 144.)
das arme Mädchen( eine Sennerin) hatte einen Fehltritt begangen(„ sie hateingebüẞt"), denn die Einsamkeit und Geschäftslosigkeit, in der diese arglosen Geschöpfemehr als die Hälfte ihres Lebens zubringen und die vom Schneeberge in Unteröstreichbis an den Großglockner durch alle östreichischen Hochgebirge herrschende Mode derProbenächte so sehr entschuldigt, daß man die Selbstbeherrschung oder die Klugheitdieser rohen Kinder der Natur billig bewundern muß, welche die schädlichen Folgendavon gewöhnlich zu vermeiden wissen. Man nennt diesen Mißbrauch in der Schweizbekanntlich den Kiltgang, in Salzburg, Berchtesgaden und Tirol das Gassel- oder Fensterl-gehen ein Mißbrauch, der so in der Natur der Gebirgsbewohner zu liegen scheint, daßman ihn auch im böhmischen Riesengebirge kennt, dessen Beschaffenheit und Sitten dochso sehr von denen der östreichischen Alpen abweichen. Ja, man findet ihn im flachenLande in Böhmen unter den Czechen fast allgemein unter der treffenden Benennung:* žebrácká noc". 1)
Volkskunst: Das Dudeln.( S. 145.)
Für die genossene Milch und Butterbrot wollte unsere Sendin durchaus nichtsannehmen und als ich ihr einige Groschen dafür aufdrang und wir einige paar hundertSchritte von der Hütte entfernt waren, überraschte uns eine noch nie gehörte Musik:das„ Dudeln. Die Alpenmagd steckt nämlich die Finger in den Mund und bläst so miteinem Tone, der dem Klange einer Pansflöte ähnelt, ganze Stücke, meistens Ländler,mit vieler Fertigkeit, deren in den Gebirgen und Wäldern vervielfachtes Echo auf denWanderer einen angenehmen, mit der großen und romantischen Gebirgsnatur, die ihnumgibt, so harmonierenden Eindruck macht,
Das Jodeln.( Zitat a. d.„ Halleiner Bothen", I. H. S. 107.)
( Berchtesgadner Alben.)„ Ein freundlicher Abschiedsruf der Sendinnen, der in einerganz eigenen Art von hochtönendem Gegurgel besteht, und womit sie den fortwallendenFremden bis in die Ferne begleiten, belohnt diese für die Mühe des Bergansteigens."Zäune; Landwirtschaft; die Abtenauer; Tracht.( Pongau.) S. 155.
Das Pfleggericht Abbtenau besteht aus ein paar fruchtbaren und waldreichenGebirgstälern. Die Gegenden bekommen hier sozusagen eine ganz andere Physiognomie.Lauter sorgfältig, aber mit großer Holzverschwendung eingezäunte Kornfelder und Wiesen,von kleinen Laubwäldern umsäumt und von der kleinen, aber im Früjahre und Herbstefurchtbaren Lammer bewässert...
1) Wörtlich übersetzt:„ Die Bettelnacht", von betteln abgeleitet.