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Kleine Mitteilungen.
fingerdick besohlten und ganz mit eisernen Nägeln beschlagenen Schuhen, die man hierzu Lande trägt, und ohne Steigeisen, deren sich die hiesigen Führer nur auf demSchnee- oder Keesboden bedienen...
Ein grüner Filzhut mit breiter Krempe, der Kopf und Schultern gegen Sonne undRegen schützt, eine kurze Jacke von grauem Kalmuk, ein warmer, abgenähter Brustfleck,wie man sie hier allgemein statt der Weste trägt, Beinkleider von schwarzer Gemshaut( hier zu 8 fl.), ein paar juchtene Schnürstiefel, mit eisernen, breitköpfigen Nägeln ringsumbeschlagen und so nach dem Fuße gemacht, daß man sie nicht zu wechseln braucht,einen ledernen Gürtel. Diese Gürtel machen einen Hauptluxus bey der hiesigen Männer-tracht aus; und ein schön gestickter und ausgenähter kostet oft 30-40 Gulden.
( In Gmunden, sonntags.)... vertrieb mir die Morgenstunde damit, die festlichgeschmückten Stadtleute zur Kirche und die niedlich gekleideten Bauermädchen mit ihrenreinlichen Körben und weiß und grün lakierten Kufen( Schaffeln, Ampern) auf dem Kopfe,in denen sie Obst und Grünzeug trugen, zu Markte ziehen zu sehen. Es ist ein erfreulicherAnblick für einen Böhmen, die schönen freundlichen Gesichter, die niedliche, passendeKleidung, die reinlichen Gerätschaften dieser Leute zu sehen!
Die Arbeiter in den Sudhäusern zu Ebensee.( S. 85, 87.)
Alle zwey Stunden wird das am Boden und auf der Oberfläche kristallisierte Salzmit hölzernen Krücken, deren Stiele über die ganze Breite des Kessels reichen, heraus-gezogen und auf die Salzdörre gebracht, wo die Hitze noch unerträglicher ist als beimKessel, weil man sie viel mehr konzentrirt und den Zutritt der freyen Luft abhält.
Mir war es unmöglich, über zwey Minuten in dem beißenden und brennendenDunste auszuhalten, in dem die unglücklichen Arbeiter jedesmal eine halbe Stunde langWache halten müssen.
Diese Sudhäuser bieten zugleich das empörendste Schauspiel menschlichen Elendsund menschlicher Verworfenheit dar. Gleich beim Eintritte sahen wir uns von einemHeere bleicher, hohlwangiger, leichenähnlicher Menschen umringt, die uns von allenSeiten stießen und zupften und stumm mit flehentlichen Geberden um ein Almosen baten.Ich ward in einer Geschwindigkeit einen Sack voll kleiner Münze los und konnte dochnur den kleinsten Teil dieser Unglücklichen befriedigen, bis ich endlich auf den Rat desSudmeisters, der uns umherführte, in jedem dieser Gemächer einem ein paar Sechser gabund die andern alle an ihn anwies. Diese Menschen, die fast ganz nackt arbeiten und inWachen zu sechs Stunden einander ablösen, vegetiren, da die Sudarbeit Tag und Nachtfortdauert, es werden denn die dem Feuer am meisten ausgesetzten Stellen des Kesselsausgebessert, was gewöhnlich alle halbe Jahre geschieht, oder es wird etwa der von Zeitzu Zeit sich ansetzende Pfannenstein weggenommen, vegetiren, sage ich, die Hälfteihrer Lebenszeit in einem ihre Gesundheit, ihre Seelenkräfte und ihren Frohsinn zer-stöhrenden Elemente.
Der Lohn für dieses große Opfer ist ein Gehalt von 8, 10, 12, 15, höchstens18 Kreutzern täglich. Die erste Klasse, die von 8--10 kr. täglich ihre Lebensbedürfnissebefriedigen soll, ist bey weitem die zahlreichste und es würde diesen Unglücklichengeradezu unmöglich seyn, ihr elendes Leben zu fristen, wenn sie nicht ein Deputat anSalz, Korn und Schmalz erhielten. Das erstere wird ihnen unentgeltlich gereicht, u. zw.12 Pfund jährlich für den Kopf, selbst für jedes Kind vom Tage der Geburt. An Korn,den Metzen zu 1 fl. 22 kr. 2 pf. erhalten die Männer 8, die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber 5, die Kinder2 Metzen im Jahre, zu welchem Behufe das Ärarium 70-80.000 Metzen Korn jährlichaus dem Linzer Magazine in das Salzkammergut schafft; endlich Schmalz, das Pfund zu11 kr., bekommen jedoch nur die Männer zu einem halben und zu einem ganzen Pfundedie Woche nach Verhältnis ihres Verdienstes.
Zwar steht diese Wohltat der Kammer mit ihrem Gewinnste in keinem Verhältnisse,da sie die Tonne Salz, die sie an Ort und Stelle auf 24-30 kr. zu stehen kommt, um11 fl. 40 kr. verkauft; aber verbunden mit der Anhänglichkeit an den heimischen Boden,- mächtig in jedem Gebirgslande, und hier noch überdies durch eine gänzliche Unbekannt-schaft mit der übrigen Welt und durch einen hohen Grad von Stupidität unterstützt
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