Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde19 (1913) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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19 (1913) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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und zur Benützung bereitzustellen, deren heimatlichen und kulturellenWert die Gegenwart kaum noch in seiner vollen Höhe ahnt und erstdie Zukunft vollständig würdigen wird. Es ist die klare Verpflichtungder Öffentlichkeit und des Staates, für die zukünftig würdige Sicherungdieser Schöpfung in dem Augenblicke zu sorgen, wo dieselbe auchdes bisherigen dürftigen und allzu bescheidenen Heims verlustig zugehen droht. Der Staat, die Stadt Wien, die gewerblichen undindustriellen Kreise müssen nunmehr Hand in Hand mit den Freundenund Gönnern unseres Unternehmens mit ganzer Kraft dafür eintreten,daß das zu bedeutungsvollster Zukunft berufene Institut wie dieanderen Schwesterinstitute sein Heim und damit festen Boden unterden Füßen erhalte. An der Aufbringung der Gesamtsumme, welche derVerein für österreichische Volkskunde in den achtzehn Jahren seitseiner Grüudung für die Zwecke seines Museums( Mietzins, Personal,Sammlungen, Installation, Beheizung, Beleuchtung, Administration)sowie für achtzehn stattliche Bände der» Zeitschrift für österreichischeVolkskunde«, dieses Haupt- und Zentralorgans der wissenschaftlichbetriebenen Volkskunde in Österreich, vereinnahmt hat in runder

Ziffer insgesamt K 400.000- sind der Staat mit 25 Prozent, die StadtWien mit 5 Prozent, der niederösterreichische Landtag mit 0 · 8 Prozent,die Mitglieder mit 22 Prozent, die gewerblich- industriellen Faktorenmit 4.2 Prozent, die kleine Zahl großmütiger, begüterter Freunde unseresUnternehmens dagegen mit 43 Prozent vertreten gewesen. Nichtweniger als 65 Prozent des Gesamtaufwandes haben wir also im eigenenKreise für unsere Schöpfung aufgebracht. Der rein materielle Wertder Museumssammlungen darf dank der glücklichen Hand und Sach-kenntnis der Museumsleitung und entsprechend der enormen Wert-steigerung aller volkskünstlerischen Gegenstände, mit mindestenseiner Million Kronen veranschlagt werden. Alle diese Opfer,diese unschätzbaren wissenschaftlichen und künst-lerischen Werte bringt der Verein der Öffentlichkeitals Geschenk entgegen, wofern sie nur für die dauerndeSicherung und würdige Unterbringung dieser SchätzeVorsorgen will.

Die Frage nach dem künftigen Heim des k. k. Museums für.österreichische Volkskunde kann und wird nun nicht mehr zum Still-stand kommen. Die Gefahr der Obdachlosigkeit eines derpopulärsten Bildungsinstitute der Reichshauptstadt,mit dem sich das Prestige des Staates und seinerVölker vor dem Inland wie dem Ausland aufs engsteverknüpft zeigt, steht vor der Tür. Bereits beschäftigtsich ein großer Kreis der Interessenten des Museums auf dasIntensivste mit dieser Frage, in kurzem wird die breiteste Öffent-lichkeit, aus der schon so oft der Ruf nach einem österreichischenVölkermuseum erhoben wurde, sich mit dieser schreienden Raum-