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Ethnographische Chronik aus Österreich.
III. Ethnographische Chronik aus Österreich.
Die Ausstellung für Volkskunst, Hausindustrie und Hausfleiß in Kimpolung,Bukowina. Aus Anlaß der feierlichen Einweihung und Eröffnung des neuerrichtetenGebäudes der k. k. Fachschule für Holzbearbeitung in Kimpolung wurde während derZeit vom 1. August bis 1. Oktober 1912 in den Räumen derselben eine große Ausstellungfür Volkskunst, Hausindustrie und Hausfleiß nebst einer retrospektiven Abteilung aus demSüden der Bukowina veranstaltet Wie die lokale Presse und die Zeitungen aus dembenachbarten Königreich Rumänien berichteten, gehörte dieselbe unstreitig zu den reich-haltigsten bis nun im Lande veranstalteten Ausstellungen des rumänischen Volkes und istdieselbe auch dem Fremdenverkehr im Lande sehr zugute gekommen. Das Schulgebäudeselbst, als Utilitätsbau im Charakter der bodenständigen Bauweise ausgeführt, steht ingünstigem Einklang mit dem umgebenden Landschaftsbild. Die Ausstellung wurde inneun geräumigen Sälen untergebracht. In den drei ersten Sälen waren Zeichnungen,Kopien, Entwürfe und Kompositionen im Charakter der Volkskunst und deren Weiter-entwicklung ausgestellt. Charakteristische Bauernhäuser, angeknüpft an die ländlich-heimatliche Bauweise, alles bodenständiges Bauernmobiliar und Hausrat in ihrer typischenEigenart waren hier besonders reichhaltig vertreten. In zwei anderen Sälen waren dieErzeugnisse der bäuerlichen Textilkunst, die von der jetzigen einseitigen Kulturströmungnoch unberührt geblieben sind, zu sehen. Teppiche in eigenartigen naiven und doch sehrschönen Kompositionen, ausgeführt in zarten, harmonisch günstig wirkenden, lichtechten,dauerhaften Farbentönen und Stickereien mit ihrem unerschöpflichen Born von Motiven;bunte bodenständige Trachtenstücke, die sofort die Örtlichkeit ihrer Abstammung ver-rieten, altertümliche Webstühle und sonstige Utensilien für die Bauernweberei. Im Schul-museum selbst, wo die Privatsammlung des Direktors Elias Weslowski, einen Flächen-raum von 120 m³ füllend, ausgestellt war, bemerkte man in der Mitte einen riesigen, mitschuppenartigen Kerben versehenen Bauernwagen, noch aus der Zeit stammend, da derOrt Kimpolung( Câmpulung) als selbständige Republik dem moldauischen Fürsten tribut-pflichtig war und zu damaliger Zeit mit solchen Vehikeln den Tribut in natura über-mittelte. Alte Hochzeitstruhen in verschiedener Ausführung, typische Tische, eigenartigehohe Bettstätten, Tellerborte, Geschirrkästen, Bänke, Eiskästen, mit Zinn eingelegte Spinn-stäbe und Reitgerten, Hirtenstöcke, Hackenstöcke, Erzeugnisse der Hirtenkunst, geschnitzte,gravierte, mitunter auch mit Bronzenägel verzierte Pulverhörner verschiedenster Form,Bauerneẞbestecke, Flöten, Schalmeien, bäuerliche Kirchenstühle, Handkreuze, Heiligen-bilder, gestickte Hand- und Taschentücher, Gürtel, bunte, aus Perlen zusammengestellteHalsbänder, Trachtenstücke aus verschiedenen Gemeinden, Holz- und Zinnflaschen, Bauern-keramik, eine große Sammlung Ostereier etc. waren da in großer Menge zu sehen. An-schließend waren in mehreren Räumen Möbel und verschiedener Hausrat sowie Fremden-artikel, welche die charakteristische Weiterentwicklung des alten Bauernmobiliarsund der sonstigen bäuerlichen Kunst zeigten, ausgestellt. Die Ausstellung wurde von über5000 Personen besucht. Von den einzelnen Besuchern sind besonders hervorzuheben:Seine kaiserliche Hoheit der Herr Erzherzog Leopold Salvator, der Minister für öffentlicheArbeiten Dr. Ottokar Trnka, Exzellenz Erzbischof von Repta, Landespräsident Graf v. Meran,Landeshauptmann Baron Hormuzaki, die Sektionschefs Homann und Lauda, MinisterialratDr. Redl, Universitätsprofessoren, Hofrat und Güterdirektor Guzmann, KreisgerichtspräsidentDr. Handl, die meisten rumänischen Reichsrats- und Landtagsabgeordneten der Bukowina,Vertreter der einheimischen und ausländischen Presse, viele auswärtige Gäste ausRumänien und Rußland,
Steirisches Volksschauspiel. Aus Kindberg wird berichtet: Die Freude an schau-spielerischen Darstellungen hat sich nicht nur in der Stadt erhalten und sich dort zumkünstlerischen Genusse ausgebildet, sie blieb auch im Bauernvolk rege. Ein prächtigesBeispiel hierfür bietet das von Bauern aus der Umgebung der Sommerfrische Kindberg imschönen steirischen Mürztal schon seit vielen Jahren aufgeführte, aus dem 14. Jahrhundert