Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde18 (1912) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
18 (1912) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Kleine Mitteilungen.

,, Keil"( Fischereigerät für Flüsse).

Von Hugo v. Preen, Osternberg.

( Mit 2 Textabbildungen.)

221

Vor kurzer Zeit wurde auf meine Veranlassung hin dem Ortsmuseum in Braunau a. I.ein interessantes Stück, ein sogenannter Keil, vom Fischereibesitzer Vogelmayr aus Obern-berg a. I. übergeben. Dieser Gegenstand besteht aus einem Eschenholzscheit mitdaranhängendem zirka 5 kg schweren Eisengewicht, welches durch seine eingeschlagenenVerzierungen und der Jahreszahl 1623 für unsere Gegend wertvoll ist. Dies Gerät dient

AV

a

nat.

Grösse

с

2623

4nat.Grösse

MF

017501

Fig. 51.» Keil«.( Fischereigerätaus Osternberg a. I.)

Fig. 52. Eisengewicht zum Versenkendes Netzes.

noch jetzt den Fischern zum Anhängen des Schleppnetzes, und zwar( Fig. 51) bei a warddie obere Netzseite mit den Schwimmern, bei b die untere Seite mit dem Blei befestigt.Beic knüpfte man die Leine an, welche das Ganze durch das Wasser ziehen mußte. DasEisengewicht( Fig. 52) diente zum Versenken des Netzes. Die am Gewicht angebrachtenBuchstaben konnten uns leider keine nähere Auskunft über die früheren Besitzer geben.

Der Hahnenschlag.

Von Anton Dachler, Wien.

Mit Bezugnahme auf meine diesfällige Nachricht in dieser Zeitschrift 1) wurde mirvon befreundeter Seite mitgeteilt, daß dieser Gebrauch im badischen Lande allgemein alssehr beliebtes Jugendspiel besteht und Topfschlagen" genannt wird. Wenn junge Leuteeinen schadhaften Topf erlangen können, so wird derselbe auf eine Stange aufgestülptund Teilnehmer versuchen nun, denselben bei verbundenen Augen mit einem Knüttel zuzertrümmern. Man bringt sie vor Beginn durch Drehen des Körpers um die Zurechtfindung.Es ist dies wieder ein Beleg für die gleiche kulturelle Grundlage in heidnischer Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnischer Zeit.

1) XVII, S. 217.