Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde18 (1912) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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18 (1912) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Eine Banernhochzeit im niederösterreichischeu Wechselgebiete.

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beutel den Musikanten ein Trinkgeld, meist fünf Kronen. Oft ist derBeutel auch stark mit Ruß gefüllt und dergleichen. Nach dem drittenTanz müssen die Maschkara in aller Eile das Weite suchen, sonstwerden sie hinausgeprügelt.

Hierauf folgt wieder freie Unterhaltung mit Gesang und TanzEtwa eine Stunde vor Mitternacht kommen die dritten>> Richd«<,» is Mitinåchdë'ssn«( das Mitternachtsessen).

Das Rindfleich, welches vom dritten Gange übrig geblieben ist,kommt nun als» ssaus Rind flaisch« auf den Tisch.( Saures Rindfleisch.Gesottenes Fleisch mit brauner Sauce, ähnlich einem» Lungenbraten«<.)Danach kommt» Schmäĺzkho" mit ssiassn Sålåd«( Schmalzkochfetter Griesschmarrn, mit süßem Salat gedörrten Zwetschken¹])und zum Schluß» Brå" dn mid ssaun Sålåd«( Braten mit saurem SalatErdäpfelsalat).

Während der Braten aufgetragen wird, kommt der beste Rednerund Spaßvogel unter den Musikern mit einer Blechtasse, worauf ereine mit Wein gefüllte Literflasche und zwei Trinkgläser trägt. Daseine Glas ist leer und steht richtig, auf dem Boden, das zweite istverkehrt, mit dem Boden nach aufwärts und mit Wein gefüllt.( DiesesGlas wird vorher angefüllt, dann die Tasse verkehrt daraufgegebenund nun beides umgedreht.) Mit der Tasse geht er zur Braut undersucht sie zu trinken, wobei er um ein Trinkgeld für die Musikantenbittet. Er verlangt dies aber nicht so ohne weiters. Er spricht voneinem Trinkgeld gar nichts, sondern ersucht die Braut für etwasganz anderes, erdichtetes, um eine Gabe. Da erzählt er nun einFabel- Geschichtchen, ein Märchen, das er sich schon früher ausdenkenmußte und das natürlich um so besser ausfällt, je witziger er ver-anlagt ist.( Es treten da oft die besten und komischesten bäuerlichenEinfälle zutage.) So erzählt er zum Beispiel: 2)

1) I( s) SchmäĬzkhou deaf nid schpëa( trocken) sain! Wẵn oam Pfëitn( Aus:d'Feitn) åarind_iwa' n Fouds, åfd_is's guad!"

2) Zum Verständnis des Folgenden ist eine Veranschaulichung der Ortsverhältnissenotwendig. Die Rotte Hollabrunn, wo der Musiker zu Hause ist, liegt auf dem Hollabrunner-Riegl, einem Berg bei Feistritz a. Wechsel, das im Tale liegt. Von Feistritz nach Holla-brunn geht man ungefähr eine Stunde, von dortselbst nach Feistritz eine halbe Stunde.Von Feistritz nach Kirchberg a. Wechsel oder umgekehrt ist es eine schwache Gehstunde.

KIRCHBERG

MAYER HOFER

DIE FEISTRITZ

Weg nach Hollabantin

Wegna

HOLLABRUNNERRIEGL

· FEISTRITE

HALTESTELLE:FEISTRITZ KIRCHBERG

der ASPANGBAHN.