Alle Gebräuche bei der Flachsernte in Kärnten.
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fruchtspendenden Regen herabzulocken meinte. Darauf weisen außerden Klöcklersprüchen noch die der» Brechelbrauta beigegebenenFlaschen hin.
Das Versenken des Mädchens trägt zugleich phallischen Charakter.Wie viele von Mannhardt untersuchte Frühlings- und Sommerbräucheaus alter Zeit, beruht auch diese Tötung eines Mädchens auf demParallelismus des Pflanzenwuchses mit dem menschlichen Leben.Indem man die» Braut« dem in der Erde wirksamen Wachstums-dämon übergibt, sie ihm durch Versenken oder Vergraben anvermählt,soll der in der Natur gewünschte, im nächsten Frühling eintretendeVorgang symbolisch vollzogen werden. Das Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib, welches demErdgotte hingegeben wird, soll von ihm gleichsam besät, befruchtetwerden; es stellt das empfangende und gebärende Element der vorder Aussaat noch jungfräulichen Erde dar, ¹)
Als magische Handlung ist also auch der Zeugungsakt desSchinders aufzufassen. J. Grimm sagt über derartige Bräuche:» DerPhallusdienst, wie er unter vielen Völkern des Altertums verbreitetwar, muß aus einer schuldlosen Verehrung des zeugenden Prinzipshergeleitet werden, die eine spätere, ihrer Sünde bewußte Zeitängstlich mied.«( D. M. I, 176, Anm. 2.)
Der Generationsakt in Form von magisch- kultlichem Zauberreicht wie der Sonnenkult in die urarische Zeit zurück. Er wurdezum Beispiel schon im alten Indien geübt, um Regen zu gewinnen.Zu diesem Zwecke mußte ein Mitglied der Brahmanenkaste eine Weilewenigstens in sexueller Enthaltsamkeit leben.( L. v. Schroeder a. a. O.,S. 77.)
Verbarrikadiert durch Bänke und Stühle wird die Brechelbrautaufbewahrt, bis der Schimmelreiter sie. holt. Abgesondert von derGemeinschaft harrte sie so wohl auch im Altertum ihres traurigenLoses, der Erde lebendig übergeben zu werden. Als Opfer gehört siebereits der Gottheit an und steht über den gewöhnlichen Menschen.( Vergl. E. H. Meyer, Mythologie der Germanen, Straßburg 1903, S. 309.)
Dieser Sachverhalt ruft die Erinnerung an ähnliche Vorgängebei nordischen Nerthusfesten wach. Auch dort spielen phallischeBräuche eine bedeutende Rolle und gehen neben Menschenopferneinher.
Aus seinem ursprünglichen Stammlande Dänemark und derInsel Seeland hat sich der Nerthuskult nach Norwegen und Schwedenverpflanzt. Da der taciteische Bericht über den Nerthuskult mit demdes Dietmar v. Merseburg über die Opferfeier der Dänen in Lethraübereinstimmt, da weiter nach der Darstellung Adams v. Bremendie Opfer in Uppsala sich nahe berühren mit den von Dietmar ge-schilderten Vorgängen und beide wieder Verwandtschaft zeigen mit
1) Über die vielen Naturvölkern Glossar ::: zum Glossareintrag Naturvölkern geläufige Auffassung des Weibes Glossar ::: zum Glossareintrag Weibes als eines Frucht-feides siehe Mannhardt a. a. O., S. 560, Anm.