Mitteilungen aus dem Verein und dem Museum für österreichische Volkskunde. 95
Die Mittel, über welche im Jahre 1910 für unsere vielseitigeTätigkeit verfügt werden konnte, erreichten abermals ungefähr die Höhedes Einnahmen- und Ausgabenbudgets der letzten Jahre mit der Gesamt-summe von K 23.836.84 an Einnahmen( gegen K 23.433 78 im Jahre1909), denen Ausgaben im Betrage von K 23.281.48( 1909 K 22.981 · 55)gegenüberstanden. Allerdings hat sich auch im Laufe des Jahres 1910der Ausschuß entschließen müssen, um die dringenden und sonstnicht wiederkehrenden Gelegenheiten, hochbedeutende Sammlungs-gruppen unserem Museum zu den günstigsten Bedingungen zusichern, nicht ungenützt zu lassen, einen rückzahlbaren Zuschuß ausdem Hausfonds zu bewilligen. Wie bereits mitgeteilt, bleiben die betreffenden Sammlungen vorläufig Eigentum dieses Fonds und werdenals solche in der Verwaltung desselben besonders gebucht. Vomhohen k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht bezogen wir, wiein denletzten drei Jahren, eine Subvention von K 8000; dask. k. Ministerium für öffentliche Arbeiten hat auch 1910 wie im Vor-jahre in Anerkennung der von dem Museum entfalteten verdienst-lichen Tätigkeit den Betrag von K 1000 bewilligt. Der hochherzigeStifter und Gönner des Museums Herrenhausmitglied Anton Dreherhat dem Museum für Sammlungszwecke den Betrag von K 1500gewidmet. Die k. k. Reichshauptstadt Wien bewilligte wie in denVorjahren K 1200, die niederösterreichische Handels- und Gewerbe-kammer K 800, die hohe k. k. Statthalterei K 200, der hohe nieder-österreichische Landtag K 200. An Spenden verzeichneten wir weiters:von Exzellenz Graf V. Latour K 100, von Herrn Konrad MautnerK 105 35( zur Deckung von Klischeekosten), von Dr. R. Trebitsch K 100,Bankhaus S. M. v. Rothschild K 100, Komitee des IndustriellenballesK 100, k. k. Polizeipräsidium K 30, Hofrat Dr. M. Höfler K 58.75( zurDeckung von Klischeekosten). Herr Oberingenieur A. Dachler hat wiein den Vorjahren auch heuer auf jedes Honorar für seine wertvollenMitteilungen in unserer Zeitschrift verzichtet. Sämtlichen hohenKörperschaften und gütigen Spendern wird hiermit der wärmsteund ergebenste Dank des Vereines auch öffentlich zum Ausdruckgebracht.
Wenn so der Rückblick auf das abgelaufene Jahr uns im ganzenrecht befriedigen darf, so wird es doch in der diesjährigen Tätigkeits-periode der fortgesetzten energischesten Anstrengungen bedürfen, umunserem Ziele in bezug auf unser Museum endlich wirklich undernstlich näher zu kommen. An den fortgesetzten, von dem Bewußtseineiner wahrhaft guten Sache zu dienen, getragenen Bemühungen derVereinsleitung wird es in dieser Richtung sicher nicht fehlen.