Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde17 (1911) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
17 (1911) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Mitteilungen aus dem Verein und dem Museum für österreichische Volkskunde. 93

Richtungen, in welchen sich dies stetige und energische Wachstumäußert. Als ein charakteristisches und erfreuliches Symptom davonhaben wir auch den Umstand zu verzeichnen, daß die maßgebendenvolkskundlichen Kreise in den Königreichen und Ländern mehr undmehr Gewicht darauf legen, von unserer zentralen und vermittelndenTätigkeit im entsprechenden Verhältnis berücksichtigt zu werden,wie dies von tschechoslawischer, polnischer und slowenischer Seiteuns mehrfach kundgegeben worden ist. Die Zusammensetzung unsererMuseumssammlung und der Inhalt der Zeitschrift sind der besteBeweis, wie streng wir uns an die Parole vollster wissenschaftlicherUnparteilichkeit zu halten bemüht sind.

Was den weiteren Ausbau der Museumssammlungen betrifft, soist die ausgewiesene Zahl von abermals rund 2000 Neuerwerbungeneine imposante Ziffer, hinter welcher für den Kundigen sich eineUnsumme von Spürsinn und Mühewaltung verbirgt, umsomehr, alswie bisher immer fast sämtliche Volksgebiete des Reiches mit größt-möglicher Unparteilichkeit berücksichtigt worden sind. Dank denreichen Verbindungen, über welche wir in allen Reichsgebieten ver-fügen, ist auch für die Zukunft der weitere sachentsprechende Ausbauunserer Sammlung gesichert, und es ist nur stets die Hauptsorge derVereinsleitung, finanziell gleichen Schritt halten zu können mit denAnsprüchen, die uns mit dieser systematischen Sammeltätigkeit er-wachsen. In dieser Beziehung müssen wir in Zukunft auf eine nochviel regere und allseitige Unterstützung hoffen dürfen, wofern wirnicht hinter den gebotenen Gelegenheiten zum größten Schaden derSache zurückbleiben sollen. Wie bisher immer erfolgen die Neu-erwerbungen im kollegialen Einvernehmen mit den übrigen inter-essierten Faktoren, dem k. k. österreichischen Museum für Kunst undIndustrie sowie den Landesmuseen, von denen speziell im Berichts-jahre in dieser Hinsicht das niederösterreichische Landesmuseum, dieMuseen in Innsbruck, Salzburg und Laibach, das Nationalmuseum inKrakau sowie das gräflich Dzieduszyckische Gewerbemuseum inLemberg zu nennen sind.

Was die Verhältnisse unserer wissenschaftlich- publizistischenTätigkeit betrifft, so hat uns das abgelaufene Jahr mit der Voll-endung des monumentalen, von Prof. Dr. M. Haberlandt bearbeitetenMuseumswerkes:» Österreichische Volkskunst<<( Tafelband mit120 Lichtdrucktafeln und illustrierter Textband) einen großenallgemein anerkannten Erfolg gebracht, von dem wir die günstigsteRückwirkung auf die äußeren Verhältnisse unseres Museums erhoffendürfen. Dieses Werk zeigt im Zusammenhalt mit den bisher er-schienenen 16 Bänden der» Zeitschrift für österreichische Volks-kunde«( nebst 6 Supplementheften) den wissenschaftlichen Betriebder Volkskunde und das Studium unserer Volkskunst in Österreichauf einer früher unbekannten wissenschaftlichen Höhe, die nur in