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Blau.
von wöchentlich sechs» Goln«( Gulden). Erst weideten diese Bauernvon Hammern 306, später die Hälfte, jetzt, wo die Hutweiden imWalde immer mehr angepflanzt und des wachsenden Holzwerteswegen mehr Gewicht auf den Wald als auf die Weide gelegt wird,nur mehr 100 Stück Stiere. Nun wurde auch die oben angegebeneZahlung per Stier festgesetzt.
In Klentsch, einem Städtchen bei Taus, gab es um 1800 einenGroß- und einen Kleinhirten. Letzterer hütete die 228 Schafe und54 Schweine und gab beim Austreiben das Zeichen durch Blasen,während der Großhirt, der das Großvieh der 49 Bauern zu weidenhatte, seine Herde durch Peitschenknall zusammenrief.¹)
Dagegen hatte die Gemeinde Wallern hundert Jahre früher fürihren zahlreichen Viehstand nicht weniger als sechs Hirten zubestellen:» Für die 2 gemain oxenherdten, so für die oberörtlerKüeherdt, für die außerörtler und für die gleger küeherdt und fürdie schweinherdt.<< 2)
II. Der erste Austrie b.
In den niedrigeren, wärmeren Lagen fand der erste Austriebzu Georgi oder am 1. Mai statt. War aber an diesem Tage schlechtesWetter, ³) so wurde der Austrieb verschoben. Die hochgelegene Wald-weide wurde, wo eine solche üblich war, erst etwa sechs Wochenspäter bezogen. Dieser erste Austrieb war ein Freudentag für denBauer und für das Vieh nicht minder. Bei der Futternot frühererJahre hatte das Vieh über den Winter eine furchtbare Hungerkurdurchzumachen und wie wahnsinnig stürzte es, das den Winter überund gar gegen das Frühjahr hin nur wenig mageres Strohfutter inseiner Raufe hatte, auf die grünen Grasbüschel los. Und wie wohltat ihm die Sonnenwärme, die frische Luft und der Rasenbodennach dem monatelangen Stehen im finsteren, dumpfigen, schmutzigenStall, der oft wochenlang nicht gemistet, ein Vierteljahr lang nichtgelüftet worden war. Das Vieh sah herabgekommen, ruppig undstruppig aus. Man konnte ihm jede Rippe zählen und an den mitdem eingefallenen, den ganzen Winter hindurch fast überflüssiggewesenen Bauche kontrastierten die vorstehenden Hinterschenkel-knochen so lebhaft, daß man versucht war, den Hut daran aufzuhängen.Hintergestell, Euter und Schweif waren dick mit Schmutz bedeckt.Die Hufe waren überlang und überzwerch gewachsen und hindertendie Rinder am Ausschreiten. Die Hörner waren spitzig geworden.Das liebe Vieh sah elend aus; war es aber doch gesund, hatte esalle Winternot überstanden, so sprang es, seine Glieder regend, herum1) Baar- Teplý, Klenči, Prag 1909, S. 153.
2) Südböhm. Volkszeitung", Budweis 1911, Nr. 3, 4.( Dir. Toft: Wallern vor240 Jahren.")
3) Regnet's am 1. Mai, regnet's die Gänse tot und den Kühen die Hungersnot."Neu- Grammatin.( John, S. 76.)