Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde17 (1911) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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17 (1911) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Zur Geschichte der Heizung im Bauernhause. Das Wort Stube".

Zur Geschichte der Heizung im Bauernhause.

Wort Stube".

Von Anton Dachler, Wien.

( Mit 4 Textabbildungen.)

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Über die Art der alten bäuerlichen Heizung in Österreich habenwir nur wenige unmittelbare Nachrichten, und man ist geneigt, sieauf Grund gegenwärtiger oder jüngst vergangener Verhältnisse fürsehr einfach anzunehmen. Jedenfalls konnte man sich keine nähereVorstellung von der Art und den Fortschritten derselben machen.An der Hand der Taidinge¹) soll nun versucht werden, den ursprüng-lichen Stand und Gang der Verbesserung festzustellen. Diese altenGemeindeordnungen gehen in der Regel viel weiter zurück, als dieüber Hauswesen handelnden Urkunden, teilweise sind sie Kopienälterer Fassungen und die frühesten ursprünglich jedenfalls nur Auf-zeichnungen uralter, mündlich überlieferter Satzungen. Aus der Er-wähnung oder Verschweigung verschiedener Einrichtungen lassen sichdurch Vergleichung mit jüngeren Nachrichten oder der Jetztzeitziemlich genaue Schlüsse ziehen.

Die Volksgesetze behandeln meist die Häuser der Freien,die Bauern waren damals schon hörig oder wurden es bald, daherwir daraus nichts Sicheres entnehmen können.

Von Einfluß ist die Herkunft der deutscher Siedler. Salzburgund Oberösterreich sind ursprüngliche bayrische Länder, Tirol,Steiermark und Kärnten wurden schon im frühen Mittelalter vonBayern erobert und allmählich deutsch besiedelt, daher dorthin auchdie damalige bayrische Hausform übertragen wurde. Um das Jahr 1000wurden Steiermark und Kärnten den Herzogen von Bayern vollständigabgenommen und bald auch Nieder- und Oberösterreich sowie Salz-burg ihrem Einflusse entzogen, so daß diese Länder sich selbständigentwickeln konnten, ohne daß aber die einstige Übereinstimmungmit den bayrischen Einrichtungen stark verwischt worden wäre. InNiederösterreich wurde die erste deutsche Besiedlung nach denAvaren bald von den Magyaren vernichtet und erst nach Vertreibungderselben drangen die Bayern südlich der Donau bis zum Wiener-wald vor. Die südlichen Gebirge wurden später von Steiermark ausbesetzt, in die restlichen Teile des Landes brachten die fränkischenBabenberger ihre Leute mit dem Haus mit, was noch heute fest-gestellt werden konnte. 2)

Zum leichteren Verständnis der Abhandlung ist es nötig, dieFortbildung des alten bayrischen Hauses typisch darzustellen. In den

1) Österr. Weistümer."-Gesammelt von der Kais. Akademie der Wissenschaften inWien. 9 Bände.

2) Verfasser: Das Bauernhaus in Niederösterreich"; Blätter d. Ver. f. Landesk. v.N.- Öst. 1897 und Mon.-Bl. 1905, S. 205; Zeitschr. f. österr. Volksk. 1902, S. 81.