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Menghin.
Hausschmuck, Kreuze und Bildstöcke im Mittelgebirge
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von Tisens( Südtirol).
Von Dr. Oswald Menghin.( Mit 19 Textabbildungen.)
I. Allgemeines.
Wenn wir die menschlichen Dauersiedlungen des deutscheninsoferne sie nicht bergmännischen Betrieben ihr Daseinnäher betrachten, so gliedern sie sich ihrer Höhenlagenach in drei Zonen:
Südtirolverdanken
1. In die Zone der Talsiedlungen, die ihre Grenze nach obenzwischen 500 und 600 m hat und daher das ganze Etschtal bisNaturns samt Überetsch, Passeier bis St. Leonhard und das Eisacktalbis Brixen in sich schließt;
2. in die Zone der Mittelgebirgssiedlungen zwischen rund 500und 1200 m, der die vordere Hälfte der meisten großen Seitentälerdes Etschlandes und des Eisacktales bis Brixen, ferner das obereEtsch- und Eisacktal, das Rienztal und die Mittelgebirge und Hängeder zur ersten Gruppe gezählten Täler zufallen;
3. in die alpine Siedlungszone von rund 1200 oder 1300 m bis zumAufhören der Dauersiedlungen, der die Oberläufe der Seitentäler ersterOrdnung und fast alle Seitentäler zweiter Ordnung zuzuweisen sind.Darüber folgt als vierte die hochalpine Zone.
Das nur im großen und ganzen. Für den Einzelfall ist die Ab-grenzung natürlich immer eigens festzustellen. Die Art des Tal-verlaufes, geologische Verhältnisse können da bedeutsam mitspielen.
Jeder, der Tirol kennt, wird sich aber der großen kulturellen,wirtschaftlichen und ethnographischen Unterschiede, die diese Zonen-einteilung rechtfertigen und bedingen, ohne weiters bewußt sein. Wirkönnen uns hier auf dieselben nicht weiter einlassen und ihnen nurinsoweit Beachtung schenken, als sie für unser Thema von Belang sind.
In meiner Arbeit über Ulten( Jahrg. 1910 dieser Zeitschrift) habeich ein Gebiet behandelt, das zu seinem größten Teile der drittenZone zufiel; nur der Hauptort des Tales, St. Pankraz, liegt 737 m, 1)alle übrigen gehen über die Seehöhe von 1200, die meisten namhaft,hinaus. Die Bedeutung dieses Umstandes für die besprochenen dreiTypen habe ich dort auch gewürdigt. Da der alpine Hausbau mitMauern aus Stein sehr spart, solche aber für Malereien in Fresko-oder anderer Technik unumgänglich notwendig sind, kann diese Artdes Hofschmuckes hier nicht sonderlich zur Entwicklung kommen.Der richtige Schmuck unserer Alpenhöhen ist daher das Kreuz undder freistehende Bildstock. Was ich mit letzterem Ausdruckmeine, wird sich weiter unten ergeben.
1) Natürlich nur das geschlossene Dorf. Die Höfe an den Talwänden lassen die1000 m- Linie oft weit unter sich.