Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde16 (1910) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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16 (1910) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Kleine Mitteilungen.

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Dies ist die erste Tour. Da die Übung so leicht ist, daß kaum einmal ein Wurfmiẞglücken wird, so kommt darüber jeder Spieler leicht hinaus.

Zweite Tour. Auch diese Tour ist noch sehr leicht. Sie gleicht der ersten, nur mußvor dem dreimaligen Werfen des Messers mit dessen Spitze zuerst die Fingerbeere desDaumens der linken Hand, dann der Handrücken der linken Hand, weiterhin der Ell-bogen des linken Armes, die linke Schulter und schließlich das Genick berührt werden.Dritte Tour. Wie im zweiten Gange vom Daumen, vom Handrücken aus gespielt wurde,wird in der dritten Tour von der linken Hand aus, dann von der Brust, von der Nase undschließlich von der Stirn aus gespielt. Hierbei wird jedoch das Messer nicht mehr amHeft, sondern mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand an der Spitze gefaßt und sobei den Worten: Pick, peck, steck!" von sich weg gegen den Rasen geworfen, daß essich im Fallen einmal überschlägt und dann mit der Spitze stecken bleibt. Es ist selbst-verständlich, daß das Messer sowohl von der Hand aus, als auch von Brust, Nase undStirn aus dreimal geworfen und der Spruch: Pick, peck, Messerle steck!" dabei gesagtwerden muß.

Vierte Tour. Das Messer wird wieder mit Daumen und Zeigefinger an seiner Spitzegefaßt. Bei ausgestrecktem Arm gibt der Spieler dem Messer einen Schwung, daß sichdasselbe in einem gegen sich gerichteten flachen Bogen einmal überschlägt und mit seinerSpitze in die Erde dringt. Dieser Wurf wird dreimal gemacht. Hierauf folgt eine zweiteÜbung, bei der sich das Messer, wieder an der Spitze genommen, in einem hohen Bogen,der sich vom Spieler weg bewegt, überschlägt und mit der Spitze in die Erde fährt. Auchdiese Übung muẞ dreimal ausgeführt werden.

Eine fünfte Tour bildet den Schluß des Spieles. Das Messer wird von dem Spielerrechts schief in die Erde gesteckt, dann versetzt ihm der Spielende von rechts einen Schlag,so daß sich das Messer überschlägt und mit seiner Spitze in der Erde stecken bleibt. Wiejede Übung muß auch diese bei dem Hersagen des Spruches: Pick, peck, Messerle steck!"dreimal gemacht werden.

Wenn einer der Spieler eine Übung verfehlt, so hat er sein Spiel zu unterbrechenund sein Nachfolger kommt an die Reihe. Trifft die Reihenfolge wieder den, der gefehlthat, so muß er das Spiel mit jener Übung beginnen und fortsetzen, die ihm vorhermiẞlang.

Wer alle Touren zuerst beendet, ist Gewinner. Das Spiel kann dann von vorne be-ginnen. Der Gewinner fängt an.

Lieben und nicht haben...

Von Johann Mayerhofer, Haslach.

Lieben und nicht haben ist härter als Steinegraben." Diesen Spruch findet man inalten Bauernschüsseln des Mühlviertels gar oft, und ich will es versuchen, die Bedeutungdieses Spruches im Sinne des Volks- und Liebeslebens des Obermühlviertler Bauernvolkeszu erklären.

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Daß der Spruchdichter die Härte des Steinegrabens hervorhebt, ist echt mühl-viertlerisch, eine sehr beschwerliche, harte Arbeit, und bedeutet die Urbarmachung des Grundund Bodens. Im Mühlviertel gibt es so viele Steine, ganze Berglehnen, Höhenrücken,Steinfelder( Moränen), Granitfelsen und lockere Steine( Findlinge) in Hülle und Fülle. Dievielen Steinmauern( zusammengelegte Steine) um Wiesen, Felder und Wälder, die riesigenSteinhaufen sind Zeugen der vielen Mühe und Plage der Bewohner, welche den Grundvrbar machten seit vielen Jahrhunderten und noch immer verbessern.

Trotzdem wäre das Steinegraben noch leichter als das Lieben und nicht Haben,was so viel bedeutet, daß die Landbevölkerung von einer platonischen Liebe nicht vielwissen will, sondern sie wollen sich realistisch- leidenschaftlich lieben, das heißt so viel alshaben, sie haben sich, sie besitzen sich, ein langes Schmachten, Warten und Sehnenist nicht ihre Sache. Mit dem Haben ist auch der öffentliche Verkehr und Auftreten derLiebenden gemeint. Es gibt im Jahre mehrere sogenannte Habiage. Wenn zwei Feier-tage folgen, zum Beispiel Weihnachten, Ostern und Pfingsten, so ist am ersten Feiertag