Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde16 (1910) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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16 (1910) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Die Ausseer Tracht.

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jemand etwas Ungeschicktes an sich hat:» Es war amal a Bauer, derhat a Knöpflhos'n g'habt, mua i da die G'schicht' vazöhl'n?« Undwenn der Betreffende dann arglos» Ja« sagt, geht es in einem Tonso fort, bis er doch daraufkommt. Der grüne Streifen an der Außen-seite der Knöpfelhosen war wahrscheinlich der Vorläufer der grünenLampaß an den heutigen langen grauen Hosen, die übrigens schonin den Sechzigerjahren auf Abbildungen erscheinen.( Siehe Fig. 19.Der auf dieser Photographie in der langen Hose Dargestellte ist derweiland gräflich Hunyadische Jäger Johann Mühlbacher, gebürtig ausOber- Langbath.)

Als Mantel sei schließlich noch der in seiner jetzigen Form infast allen Alpenländern verwendete Wetterfleck genannt, ein vier-eckiges Stück Loden mit einem kreisrunden Halsausschnitt in derMitte, welcher mit einem grünen niederen Halsbuasn versehen ist.Derselbe ist an beiden Seiten zuzuknöpfen und war in früherer Zeitvorne merkwürdig kurz und rückwärts fast doppelt so lang wie vorne,so daß er einen frackartigen Eindruck machte. Herr Dr. Schlossar inGraz zeigte mir ein Aquarell von Loder, das einen Steirer in Gebirgs-ausrüstung und mit einem solchen Wetterfleck bekleidet darstellt.( Ich halte dasselbe für ein Porträt von Erzherzog Johanns SekretärZahlbruckner.) Es existieren auch zwei Blätter von Gerasch, aufwelchen einzelne Gruppen steirischer Trachtenbilder( Gerasch zähltauch die Grenzorte wie Hallstatt, zu Steiermark) klein abgebildet sind.Auf einem derselben ist ein Holzknecht aus Grumbach, auf seine Hackegestützt, mit einem derartigen Wetterfleck abgebildet.( Die zweiteAbbildung auf Tafel II.) Es gibt auch eine große Lithographie vonGerasch, einen Holzknecht, welcher einen Zweig abhacken will, darstellend. Diese Figur biegt sich zurück. Hierdurch ist der Wetterfleckvorne so kurz, daß man ein Stück Hemd über der Hose sieht. Obda nicht die Phantasie des Zeichners ein bißchen übertrieben hat?Eine solche Tracht als Schutz im Regen wäre doch gar zu unpraktischgewesen. Einen ganz kurzen Wetterfleck trägt auch ein Fischer ausAussee auf einer Lithographie des Malers Ranftl. Auf einem altensteirischen Trachtenbild von Kininger( etwa um 1810) trägt einemännliche Figur einen weiten weißen Ärmelmantel. Mir ist einweißer Schafpelz, innen Fell, außen Leder, bekannt, welcher rückwärtsmit einem Sattel aus rotem Leder versehen ist. Der Vorfahre desalten Schachner in Schachen bei Gößl, also ein Mann der drittenGeneration zurück, soll diesen weißen Ledermantel zu den heiligenTagen, das ist Weihnachten und Ostern, zum Kirchgang angelegthaben. Er wurde mit Kreide geputzt. Vielleicht meint Kininger mitseiner etwas phantastischen Darstellung einen solchen Mantel odereinen»> Burnus«. Das waren weite Mäntel aus weißlichgelbem Wollstoff,

Die älteste mir bekannte Form des Hutes dürfte wohl die des groß-krempigen, schweren braunen Filzhutes mit niederem runden Gupf sein,