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Höfler.
in Schmalz gebackene und heiß gegessene Gerichte eignen diesemJohannestage.
a) Die süddeutschen Johannes küchel, welche auch» Hula-küchl«,» Hulastreibla«( Schwaben, Niederbayern)(= Hollerstrauben)oder Staudenküchel, in der Schweiz» g( e) küchelte Maien« genanntwerden; in Lüneburg» Schiebäckchen«(=?). Nach dem Universal-lexikon der Kochkunst, I, 488, werden andere Johannesküchel( süßeEierteiggebäcke) mit der Gabel mehrmals durchstochen und dann mitObstmarmelade bedeckt. Nach Rochholz( Zeitschr. f. deutsche Kultur-geschichte, I[ 1872], S. 161) enthalten die um Sommer- Johanni ge-backenen Schmalzküchel eingebackene Rollerbsen, die angeblich denrollenden Donner und Hagel vorstellen, beziehungsweise abwehrensollen¹)( doch sind diese Erbsen nur Rudimente des oben erwähntenErbsenbreies). Die bittersüße Hollerblüte wird mit Teig(= 1534 holer-plue mues; Germania, IX, 201) schon auf der Hollerstaude umgossen,indem jede Blüte in die Teigschüssel hineingesteckt und dann ab-geschnitten und im Schmalz( oder Öl) gebacken wird. Über denHollerbaum, den Wohnsitz des germanischen Hausgeistes, siehe desVerfassers Volksmedizinische Botanik der Germanen, p. 28; er heiltalle Krankheiten des germanischen Volkes; er blüht um diese Zeit;seine Beeren können am Vorabende vor Johanni nicht gepflücktwerden, da sie in unserem Klima noch nicht vorhanden sind. DieVerwendung solcher Hollerbeeren um diese Zeit als Mittel gegenZauber( Seligmann, Der böse Blick, II, 66) ist also nicht möglich. Dadie Hollerkücheln durch das Kochen im Schmalz straubenartig krustigwerden, so heißen sie in Niederbayern auch» Hollersträubla«. Dieschweizerischen» Küchlimaien« sind ebenfalls solche in Teig getauchteund in Fett gebackene, noch blühende Holunderdolden( SchweizerIdiotikon, III, 1444 u. IV, 264).
b) Im Elsaß gibt es Brenn- oder Sengnesselküchli, dasheißt die Nesselblätter( ein uraltes Mittel gegen Nixenzauber undelbisches Zauberwerk, gegen Hautwürmer etc., s. des Verf. Volksmed.Botanik der Germanen, 77), als Frühlingskraut der nächsten Um-gebung des germanischen Hauses, werden ebenfalls dem Küchelteigebeigemengt( Elsässer Wörterbuch, I, 423). Auffälligerweise heißt inRußland der letzte Tag vor den sogenannten Petrifesten( vor Peterund Paul, 29. Juni) der» Nesseltag«, weil um diese Zeit die Wasser-nixen damit verjagt werden sollen. Wenn in Oberbayern das Volkan diesem Tage der Sommersonnenwende verlangt, daß man an dem-selben neunerlei Nudeln oder Kücheln essen soll, so istdamit nur der Zusatz von neunerlei Kräutern gemeint, die nach dem
1) Wie in Nordamerika die Heuschreckengebäcke aus Mais den Regen durch ihrenGenuß bringen sollen( similia similibus)( Zentralblatt f. Anthropologie 1904, p. 41); deraufgegessene Vegetationsdämon bringt dann die zum Wachstum nötige Witterung; mitder Heuschrecke kommt dort auch der Regen.