Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde16 (1910) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
16 (1910) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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66 Mitteilungen aus dem Verein und dem Museum für österreichische Volkskunde.

Reiche Serien von textilen Arbeiten wurden neuerdings aus Böhmen und Mährengewonnen und damit die Textilsammlung des Museums auf eine unserer Kenntnis diesesHausarbeitszweiges entsprechende Höhe gebracht. Auch zum Studium der ländlichenHinterglasmalereien wurde ein bedeutendes Material beschafft. Nur dem weitverzweigtenNetz verläßlicher Beziehungen, welche die Direktion mit der Zeit in allen österreichischenLändergebieten anzuknüpfen vermochte, verdanken wir die Möglichkeit so zahlreicherErwerbungen; bei ihrer Beschaffung hatte ich mich besonders, wie in den Vorjahren, derwerktätigen Mithilfe unseres verehrten Ausschußrates Herrn Alfred Walcher Ritterv. Molthein zu erfreuen, dem ich hierfür wie für alle sonstige Unterstützung meinenwärmsten Dank auszusprechen mich gedrängt fühle; desgleichen bin ich für freundlicheBemühung um unsere Sammlung Herrn Oberlehrer Wilhelm Tschinkel in Morobitz,Frau Baronin Stephanie v. Rubido- Zichy in Abbazia, Herrn Stanislaus Galek inZakopane, Bürgerschullehrer Leo Reszowski in Podgorce, Fräulein Auguste Kocha-nowski in Czernowitz, Lehrer Karl Wohlgem ut in Bozen, Lehrer Fritz Holzingerin Taufkirchen, Museumsobmann Ed. Kyrle in Taufkirchen, Maler Hugo v. Preen inOsternberg, Lehrer Heinrich Moses in Neunkirchen, Kustosadjunkt Vejsil Čurčić inSarajewo etc. zu bestem Danke verpflichtet. Der Allerhöchsten Gnade Seiner Majestätdes Kaisers verdanken wir auch in diesem Jahre wieder eine wertvolle Widmung; überVortrag Seiner Exzellenz des Herrn Oberstkämmerers Leopold Grafen Gud enus wurdendem Museum zwei interessante Holzarbeiten, mit Inkrustationstechnik verziert, aus derBukowina allergnädigst überwiesen. Die Museumsdirektion hat den alleruntertänigsten Dankhierfür an das hohe k. k. Oberstkämmereramt geleitet. Durch wertvolle Geschenke habenunsere Sammlungen ferner bereichert: Exzellenz Graf Hans Wilczek, A. WalcherRitter v. Molthein, Frau Marie Andree- Eysn in München, Oberkurator RobertEder in Mödling, Graf Johann Harrach, Konrad Mautner, Miß A. S. Lewetus,F. Freiherr v. Dalberg in Datschitz, Dr. Rudolf Trebitsch, W. Tschinkel inMorobitz, Fräulein Marie Bena etc.

Ich spreche den freundlichen Spendern für ihre sehr willkommenen Gaben auchan dieser Stelle meinen ergebensten Dank aus.

Mit besonders dankender Anerkennung muß die Direktion den großen Anteilhervorheben, den der Volontär des Museums stud. phil. Artur Haberlandt bei derBeschaffung der Sammlungserwerbungen in unermüdlichem freudigen Eifer für die Sachegenommen hat.

Für Sammlungszwecke wurde der Betrag von K 9511-27 verausgabt. Die Zahl derdurch Ankauf und Geschenke erworbenen Gegenstände belief sich auf 1963 Stück. DieGesamtzahl der ethnographischen Sammlung beträgt nunmehr an eigenem Besitz23.815 Stück, an fremden Stücken 3066, mithin insgesamt 26.882 Stück. Die Photographien-sammlung erfuhr eine Vermehrung um 59 Stück, die Sammlung der Abbildungen um310 Stück, belauft sich daher insgesamt auf 1652 Stück, beziehungsweise 1066 Stück.Die Vermehrung der Bibliothek betrug außer den um 5 Stück vermehrten Fachzeitschriften97 Stück.

Gelegentlich der für Museumserwerbungen unternommenen Reisen wurden regelmäßigan den verschiedensten Orten auch die einschlägigen Museen eingehendst studiert undihr Bestand in museographischen Notizen aufgenommen. Es wurden von mir und VolontärArtur Haberlandt besucht die Museen von Wiener- Neustadt, Eggenburg, Znaim,Wels, Linz, Graz, Salzburg, Schärding, Klagenfurt, Ödenburg, Görz, Zakopane, Krakau,München( Bayrisches Nationalmuseum, Museum für Volkskunde und Volkskunst, SammlungAndree- Eysn), Germanisches Museum in Nürnberg, Bauernmuseum in Dachau,

Wie schon im vorangeschickten Tätigkeitsbericht des Präsidiums hervorgehobenist, erweitert sich der Wirkungskreis unseres Museums von Jahr zu Jahr in der erwünsch-testen Art. Die Museumsdirektion hatte Gelegenheit, den Ministerien für Kultus und Unter-richt, für öffentliche Arbeiten und dem Eisenbahnministerium mehrfach durch Gutachtensowie durch Unterstützung zahlreicher von denselben beauftragten Persönlichkeitendienlich zu sein. Wissenschaftliche wie künstlerische und kunstgewerbliche Kreise nahmen