Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde16 (1910) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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16 (1910) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Kleine Mitteilungen.

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Gicht, du allerlei Gicht und sieben und siebzigerlei Gicht, gehe hin in das wilde Größ, dorthinwo du hergekommen bist. Ob einer oder weniger oder mehr ist, so soll er auch damit, dashielf der Jesu Christ den alldieng möglich ist das bielf Gott der Vater Gott derSohn Gott den Heiligen Geist Amen. Jetzt 3mal Beten So war Jesus am OelbergBlut geschwitzet hat, so war helfen diese Wort für all diese Gicht, für all diesen Schwund,für alle Krämpf, für alle Gall so war unsere liebe Frau unter dem Kreuze stand. So warhelfen diese Wort für alle wie oben, So war der linke Schächer in der Wüste hat ver-rathen. So war helfen diese Wort für alle Gicht wie oben. 3 Vaterunser beten undan Glauben an Gott. Und wer an diesen Gichtbrief nicht glaubt, der ihn. lesen tut, derkriegt die Gicht noch besser, und wer diesen Gichtbrief abschreibt, der kriegt die stärgsteGicht und ist ihm nicht zu helfen."

Über Sympathiemittel.

Von Hugo v. Preen, Osternberg.

Vor kurzer Zeit brachte man mir folgende Sympathiemittel:

Einen sogenannten Augenstein, eine Karneolkugel, 3 cm im Durchmesser, er istdurchlocht. Anwendung desselben: Ist man am Fellerl"( Star) erkrankt, backe man ineinem frischen Laib Brot den Augenstein mit und hänge denselben in warmem Zustandeauf den Rücken, ungefähr 48 Stunden lang. Hilft es das erstemal nicht, wiederhole manden ganzen Vorgang von neuem.( Ranshofen, Oberöst.)

Zwei herzförmige, 3 cm breite, 4 cm lange, flache Kalksteine zum Anhängen. Manheißt diese zum Blutstillen verwendeten Steine Herzgsperr".

Pergament, 20 cm breit und hoch, auf demselben folgendes zu lesen:

Blutstillung. Und auch vor seinen Feinden zu bestehen.I. M.I.K. I. B.

I. P. a. x. V. ff. Ss. Vas. I. P. O, Unay

Lit. Dom.mpervob TSm.

Und auch für eine Frau, die in

Kindernöten ist.

( Aus Ranshofen.)

Ich füge noch eine Abschrift eines anderen Zettels bei, der auf der Vorderseitefolgende Buchstaben enthält:

I. N. I. R.L.B.I.P. E.t

Auf der Rückseite folgende Worte:

Blutstelung.

Für das Nasenbluten auf die Stirn gebunden.Bei Wunden daraufgebunden.

( Aus Ranshofen.)

Marchknöpfe( Markknöpfe) werden gemacht, wenn dem Vieh das Mark zer-gangen ist oder im Begriffe ist, zu zerrinnen; beim Menschen werden sie gegen Kreuz-schmerzen angewendet.

B

Marchknöpfe werden mit einem beliebigen Bande oder stärkeren Spagat geknüpft.Man legt das zu knüpfende Band in der Richtung des Rückgrates auf den Rücken desTieres und bezeichnet es mit drei Kreuzen, und zwar beim kopfseitigen Bandende ungefährin der Mitte und beim zweiten Ende unter folgenden Worten: Im Namen der aller-heiligsten Dreifaltigkeit, Gott Vater Gott Sohn Gott heiliger Geist." Hierauf werdenneun Marchknöpfe über dem Rücken des Tieres gemacht, von denen aber keiner mißratendarf. Gelingt einer der neun Knöpfe nicht, was bei einiger Unaufmerksamkeit leichtgeschehen kann, muß wieder von neuem begonnen werden. Der Viehbesitzer muß amselben Tage fünf Vaterunser zu Ehren des heiligen Markus beten.- Der ganze Vorgangmuß drei Tage nacheinander wiederholt werden. Ist nun am dritten Tage das Marchknöpfe-knüpfen zu Ende, muß das Band unter einer gegen Sonnenuntergang gewendeten Dach-rinne, das heißt in den Boden, wohin die Traufe der betreffenden Rinne hinfällt, ver-graben werden.