Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde16 (1910) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
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16 (1910) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Dachler.

im Bauernhause verpflichteten Handlanger, dient manchmal als Aus-nehmerhaus, wird auch vermietet.

Baueinzelheiten der Wohngebäude. Hauswände. Jenach den Verhältnissen aus Lehm gestampft, aus Lehmsteinen, Back-oder Bruchsteinen und oft noch wie in alter Zeit aus Blockwänden,wenn Waldbesitz. Fenster ehemals sehr klein, im Sommer einfach,im Winter werden außen Fensterflügel festgemacht, so daß eineLüftung nicht möglich ist. Doppelreihen von Fenstern noch bei altenBlockwerkhäusern vorhanden, Zeichen ehemaliger Rauchstuben. Lehm-fußboden. Einrichtung: Glatt gestrichene, ehemals auch bemalteMöbel. Himmelbett und Truhen waren allgemein. Dach aus Holz-balken und Sturzboden, oben Lehmschlag, unten Durchzug bis 45 cmhoch. Ackertürl gegen den Hof im Dache. Heiz- und Leucht-vorrichtung: Von der Küche aus zu heizender Kachelofen in derStube, darin eiserne Röhre zur Speisebereitung oder Wasserbehälter.Im Winter wird im Ofen von der Küche aus mit Ofengabel oder-Wagen gekocht und damit zugleich geheizt. Jetzt steht oft frei inder Stube im Winter ein eiserner Kochherd. Der Backofen reichtneben dem Ofen in die Stube hinein. An einer Ecke ist eine Nischeausgespart, welche mit einem winkeligen Deckel geschlossen wird.Dort werden Kienspäne zur Beleuchtung verbrannt. Rauchabzug imBackofen in die Küche. An anderen Häusern ist neben dem Ofen eineNische( Wandleuchte), für die Leuchtspäne Rauchabzug nach obenin der Mauer. Für das Spanlicht hat man hölzerne Ständer mitVerzahnung, auch eiserne, oder einen von der Decke herabhängendenHolzschlot, der den Rauch über das Dach führt. Man hat weitersÖllampen mit kugelförmigen Behältern und Unschlittkerzen. EinBauer des Ortes hat Kerzenformen, worin er für die anderen ausSchaffett Kerzen gießt. Petroleum ist länger als dreißig Jahre imGebrauch, doch findet man noch Spanlicht. Erzeugen der Späne mitdem Messer, Trocknen im Backofen oder hinter dem Ofen. Rundherum die Ofenbank, unterhalb der vergitterte Stall für die Hühnerim Winter. Tagsüber sind sie im Schopfen, im Sommer stets draußen.

Küche. Jetzt hat jedes Haus einen Schlot, Bünker fand nochein Rauchhaus ohne solchen. Offener Herd bei hölzerner Deckemit Feuerkobel oder mit weitem Mantel, der in einen gemauertenSchlot übergeht. Oder der Schlot steht unten etwas entfernt auf demKüchengewölbe. Im Mantel oder im erweiterten Schlot hängt aneisernen Stangen das Rauchfleisch. In einer Ecke rückwärts steht derHerd an der Zimmerseite, der Backofen darunter, oder in der anderenEcke, oberhalb zwischen beiden der Schlot. Mitten im Herde dieFeuergrube zur Bewahrung der Glut. Auf dem Herde ein eisernerFeuerhund( auch Feuerroß), statt dessen auch nur ein Ziegel. Backenoder Braten auf dem offenen Herde in Pfannen, welche über Glutstehen, um und auf welche Glut gehäuft wird. Auch im Backofenwerden Braten oder Mehlspeisen gebacken.