Hausschmuck, Kreuze und Bildstöcke im Ultentale( Südtirol).
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anderswo frei wird. Auf diese Art können sonst ganz ungebräuch-liche Heilige ans Haus kommen( 128).
Dieser Umstand wirkt auch mit an den künstlerischen Verhältnissen der Bilder beider Gruppen. Von Kirchen herstammende Gemäldesind meist älter und stehen auf höherer künstlerischer Stufe( 110, 128),andere geben an Kläglichkeit den oben geschilderten Fassaner- Werkennichts nach( 5, 66, 41, 124).
Über Skulpturen an Häusern in Ulten ist nicht viel zu be-merken, da sie sich ja recht selten finden( 2, 56, 57, 126), zumalältere( 126). In neuester Zeit scheint man sie der Bemalung vorziehenzu wollen, woran wohl die Schlechtigkeit der Maltechnik ein denEinflüssen der Witterung trotz bietendes Fresko können nur mehrganz wenige Meister herstellen- und die sogar bäuerlicher Anspruchs-losigkeit zu gering erscheinende Kunst der gewöhnlichen» Tuifele-maler« schuld tragen mag. So wurden die beiden neuesten Häuserin St. Wallburg mit Statuen geschmückt( 57, 58). Allerdings kommtder ländliche Geschmack über künstlerisch ziemlich wertlose GrödnerWare nicht hinaus. Die gewöhnlichen volkstümlichen Patrone, Jesus( 57),Maria( 56), der heilige Josef( 2), der heilige Johannes Nep.( 126),kehren auch hier wieder.
2. Kreuze.
Viel reicher als an malerischem Hausschmuck ist das Ultentalan Kreuzen. Es finden sich wenig Gehöfte, wo sich nicht an derHauswand oder dies ist am häufigsten der Fall zwischen Hausund Stadel an der oberen Seite des Gehweges, oft auch weiterdraußen im Felde das Bild des Gekreuzigten findet. Der Holzbau derHäuser, der eine Bemalung eben verhindert, trägt sicher zu diesemauffallenden Reichtum an Kreuzbildern bei. Die Form der freistehendenWegkreuze ist die in Südtirol allgemein übliche und allbekannte.In den meisten Fällen ist das Kreuz nur durch ein Giebeldach ge-schützt( Fig. 1), seltener durch eine rhombische, nach vorne offeneKassette( Fig. 2), noch seltener durch einen auch nach vorne( durchGlas) gedeckten Kasten( 26). Die an Häusern angebrachten Kreuzetragen gewöhnlich kein Schutzdach, dafür häufiger Blumen- oderFruchtschmuck. Am Längsbalken, unterhalb des Körpers, manchmalauch am Querbalken und dann immer gemalt, findet sich sehr ofteine Jahreszahl eingeschnitten, seltener gemalt. Sie gibt aber nichtdas Alter des Christusbildes, sondern nur die Zeit der Aufstellungoder der Wiederaufstellung des Kreuzstammes an. Häufig wird jader Korpus überhaupt nicht unmittelbar an dem großen Kreuzpfahlebefestigt, sondern an diesem wird ein kleineres Kruzifix mit einemoft viel älteren Korpus angebracht. Die Anfangsbuchstaben des Namensder Errichter sind nicht selten der Jahreszahl beigefügt. Die Dimen-sionen solcher Kreuze variieren sehr. Es gibt manche von mächtiger