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Menghin.
weltentferntesten Bauernhofe sich vielleicht ein Kreuz oder ein Bild-stock finden sollte, die hier nicht verzeichnet stehen, so sehe mandiesen Mangel, der die Möglichkeit einer Charakteristik ja nichtbeeinträchtigen kann, dem übrigen Fleiße des Verfassers nach, derzwei Sommermonate ein Tal von acht Gehstunden Länge und fast1500 m Höhendifferenz der Siedlungen kreuz und quer durchstreifthat, um eine nicht allzu reiche volkskundliche Ernte zu erzielen.
II. Allgemeines.
Haus und Hof, Vieh und Feld, Arbeit und Ernte empfiehlt derBauer dem Himmel und den Heiligen. Um ihren Schutz fleht er nichtnur in seinen Gebeten, sondern auch durch Opfer und Werke, amliebsten durch solche, deren längerer Bestand ihm auch längerenSchutz zu sichern. scheint. Neben frommen Stiftungen taugt hierfürbesonders die Errichtung von Darstellungen der göttlichen Personenund der himmlischen Patrone. Es entspricht zugleich dem Schmuck-bedürfnis des Volkes, daß diese Dinge mit Vorliebe an der Außenseitedes Hauses, in der Nähe desselben, aber auch weit draußen im Feldeoder im Walde angebracht werden. Reiner Lust an Zierat und Farbeentspringt anderweitige( ornamentale) Bemalung, praktischem Bedürf-nisse die Anbringung von Sonnenuhren an den Häusern.
Wir treffen wie anderwärts auch in Ulten Malereien undSkulpturen an den Wänden der Baulichkeiten, ¹) meist Darstellungenvon Heiligen, aber auch Jagdstücke, Architekturmalerei, Kreuz e, ²)an den Hauswänden angebracht, öfter aber freistehend, häufig sehrweit vom Gehöfte entfernt, endlich Wegkapellen und Bild-stöcke, oft in nächster Nähe der Siedlung, nie sehr weit davonliegend. Diese drei Typen gehören zusammen, bilden, ich möchtesagen biologisch, eine Gruppe: den künstlerischen Außenschmuckder Höfe unserer Alpentäler.
1. Malereien und Skulpturen an Häusern. ³)
Malereien werden an den Häusern auf dreifache Art angebracht:Sie sind entweder, meist in Freskotechnik, direkt auf die Mauer desHauses aufgetragen. Oder ein Gemälde auf Holz, Leinwand und der-gleichen ist in die Hauswand, sei sie von Holz oder von Stein,eingelassen und damit, manchmal auch durch einen Rahmen, organischverbunden. Oder endlich das Bild wird frei aufgehängt.
1) An oder über den Stallküren finden wir kaum eine andere Darstellung als einender beliebtesten Viehpatrone( Martin, Antonius, Leonhard) in Farbendruck, selten inschlechten Ölbildern. In Ulten kehren sie fast ausnahmslos wieder und bieten daher keinweiteres Interesse.
2) Wetterkreuze, das sind einfache, ein- bis dreibalkige Holzkreuze, werdenauch in Ulten an exponierten Punkten zur Verhütung von Blitz und Hagel aufgestellt. Sietragen keinen Korpus, nur manchmal ein Kästchen mit Heiligenreliquien, und sind daherkünstlerisch belanglos. Ihre Erwähnung mag genügen.
3) Die Ziffern beziehen sich auf das Verzeichnis.