Hausschmuck, Kreuze und Bildstöcke im Ultentale( Südtirol).
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über Alter und Qualität der künstlerischen Leistung beifügen wollte.Dieser einzig richtige systematische Weg scheint leider nicht vonden Urhebern eines Aufrufes, der zu Beginn dieses Jahres in denTiroler Zeitungen zirkulierte, eingeschlagen zu werden. Derselbe lautet:» Sammlung von Tiroler Wegkreuzen. Die HerrenDr. H. Pfaundler und F. W. Schroeter veranstalten eine möglichstvollständige Sammlung von Tiroler Wegkreuzen in photographischerReproduktion mit erklärendem Text. Die Sammlung soll in Buchformerscheinen und einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der TirolerVolkskunst bilden, für die Forschung besonders wichtig, da diesekleinen, bodenständigen Kunstdenkmäler mehr und mehr durch gleich-giltige Industrieerzeugnisse verdrängt werden. Im Hinblick auf diesenZweck bitten die Veranstalter alle Freunde der Tiroler Kunst umihre Unterstützung. Photographien und Zeichnungen von Wegkreuzen,Bildstöckeln, Marterln und kleinen Kapellen, die nicht zu gottesdienst-lichen Handlungen und zur Aufnahme von Personen dienen, schriftlicheAngaben über ihren Standort, ihre Geschichte, ihren künstlerischenWert, Farbe, Material etc. werden dankbar entgegengenommen.Natürlich müssen alle Angaben der Wahrheit entsprechen. Was nichtfeststeht und auch nicht geeignet ist, Nachforschungen den richtigenWeg zu weisen, wolle man unberührt lassen.<<
Wer sich bei volkskundlichen Forschungen auf Einsender ver-läßt, ist von vornherein verloren. Fürs erste, weil sich die idealenEinsender überhaupt höchst selten finden, und fürs zweite, weil solcheEinsendungen immer mit höchster Vorsicht zu behandeln sind.Autopsie gilt hier alles. Es wird daher bei der ganzen Arbeit schadeum Mühe und Kosten sein. Die gründliche Bearbeitung eines Talesoder Gaues wäre nutzbringender. ¹)
Das
Ich lege hier den ersten Teil meiner eigenen Arbeit vor.Burggrafenamt gliedert sich selbst wieder in mehrere kleinere Gruppen,unter denen sich das Ultental durch besonders scharfe ethnologische,anthropologische und geographische Grenzen abhebt. Dieses Tal habeich nach verschiedenen Typen begangen. Drei zusammengehörigeseien hier geboten: der Hausschmuck, unter dem ich alleMalereien, auch musivische Arbeiten und frei aufgehängte Tafeln,sowie plastischen, nicht aber architektonischen Zierat an der Außen-seite des Hauses verstehe, die Kreuze an Wegen, Brücken undHäusern( nicht aber in Friedhöfen), und endlich die Wegkapellenund Bildstöcke.
Ich habe keinen Weg gescheut, um eine größtmögliche Voll-ständigkeit meiner Aufnahmen zu erreichen. Wenn aber im aller-unbegangensten Tanne oder auf der höchsten Alpe oder bei dem
1) Für das benachbarte bayrische Alpengebiet finden wir eine treffliche Arbeit überdie alte volkstümliche Fassadenmalerei in F. J. Bronners: Von deutscher Sitt' und Art",München 1908, S. 305.
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